Blätterfall
1871Der Herbstwald raschelt um mich her. Ein unabsehbar Blättermeer Entperlt dem Netz der Zweige. Du aber, dessen schweres Herz Mitklagen will den großen Schmerz: Sei stark, sei stark und schweige!
Du lerne lächeln, wenn das Laub Dem leichteren Wind ein leichter Raub Hinabschwankt und verschwindet. Du weißt, dass just Vergänglichkeit Das Schwert, womit der Geist der Zeit Sich selber überwindet.
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Interpretation
Das Gedicht "Blätterfall" von Christian Morgenstern beschreibt den Herbstwald und die fallenden Blätter als Metapher für die Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher ermahnt jemanden, der von Schmerz und Trauer überwältigt ist, stark zu sein und zu schweigen. Er fordert ihn auf, zu lächeln, wenn er die Blätter fallen sieht, denn die Vergänglichkeit ist das Schwert, mit dem der Geist der Zeit sich selbst überwindet. In der ersten Strophe wird die Szene des Herbstwaldes beschrieben. Das Rascheln der Blätter und das Meer aus fallenden Blättern symbolisieren die Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher wendet sich an jemanden, dessen Herz schwer von Schmerz ist und der den Drang verspürt, mit den Blättern zu klagen. Doch er wird aufgefordert, stark zu sein und zu schweigen. Die zweite Strophe enthält die Ermahnung, zu lächeln, wenn die Blätter dem Wind zum Opfer fallen und verschwinden. Der Sprecher erklärt, dass die Vergänglichkeit das Schwert ist, mit dem der Geist der Zeit sich selbst überwindet. Diese Zeile deutet darauf hin, dass die Vergänglichkeit des Lebens notwendig ist, um den Geist zu erneuern und zu stärken. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Akzeptanz und der Stärke im Angesicht der Vergänglichkeit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Das Schwert, womit der Geist der Zeit sich selber überwindet
- Personifikation
- Der Herbstwald raschelt um mich her