Blätter und Lieder

Anastasius Grün

1806

Frühling ist’s in allen Räumen! Blüth’ und Blume taucht empor, Und aus Standen und aus Bäumen Sprießen Blätter grün hervor.

Jugend blüht auf meiner Wange, Jugend glüht in meiner Brust; Blättern gleich im Frühlingsdrange Blühn mir Lieder aus der Brust.

Blätter sangen aus der Erde Leben, Farbe, Glanz und Saft, Flattern wieder zu der Erde, Wenn sie knickt des Sturmes Kraft.

Aus der Lieb’ erblühen Lieder, Blühn und sprossen auf zum Licht, Flüchten zu der Liebe wieder, Wenn der Zeiten Arm sie bricht.

Wenn ein neuer Lenztag blinket, Blühn die Blätter wieder auf, Und wenn neue Liebe winket, Leben neu die Lieder auf.

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Illustration zu Blätter und Lieder

Interpretation

Das Gedicht "Blätter und Lieder" von Anastasius Grün handelt von der Verbindung zwischen Natur und menschlicher Emotion. Der Frühling wird als Symbol für Erneuerung und Wachstum verwendet, sowohl in der Natur als auch im menschlichen Leben. Die Blätter, die aus der Erde sprießen und wieder zu ihr zurückkehren, spiegeln den Lebenszyklus wider, während die Lieder, die aus der Liebe entstehen, die vergängliche Natur menschlicher Gefühle darstellen. Der Autor vergleicht die Jugend und die Liebe mit dem Frühling, wobei die Lieder als Ausdruck der inneren Gefühle dienen. Die Blätter und Lieder sind miteinander verbunden, da beide aus der Erde bzw. der Liebe entstehen und wieder zu ihr zurückkehren. Der Sturm und die Zeit werden als Kräfte dargestellt, die das Wachstum und die Blüte unterbrechen können, aber nicht dauerhaft zerstören. Das Gedicht endet mit der Hoffnung auf Erneuerung und Wiedergeburt. Der Frühling kehrt zurück, und mit ihm die Blätter und Lieder. Dies symbolisiert die unendliche Kraft der Natur und der Liebe, die trotz aller Widrigkeiten immer wieder aufblühen und neues Leben hervorbringen. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Optimismus, die besagt, dass selbst in den dunkelsten Zeiten immer die Möglichkeit der Erneuerung und des Wachstums besteht.

Schlüsselwörter

blätter blühn lieder jugend brust erde leben liebe

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Blüth’ und Blume taucht empor
Bildlichkeit
Frühling ist’s in allen Räumen! Blüth’ und Blume taucht empor, Und aus Standen und aus Bäumen Sprießen Blätter grün hervor.
Metapher
Blätter gleich im Frühlingsdrange Blühn mir Lieder aus der Brust.
Parallelismus
Blühn die Blätter wieder auf, Und wenn neue Liebe winket, Leben neu die Lieder auf.
Personifikation
Blüth’ und Blume taucht empor