Bitte
1802Weil’ auf mir, du dunkles Auge, Uebe deine ganze Macht, Ernste, milde, träumerische, Unergründlich süße Nacht!
Nimm mit deinem Zauberdunkel Diese Welt von hinnen mir, Das du über meinem Leben Einsam schwebest für und für.
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Interpretation
Das Gedicht "Bitte" von Nikolaus Lenau ist ein tief empfundenes Plädoyer an die Dunkelheit und die Nacht, symbolisiert durch das "dunkle Auge". Der Sprecher bittet die Nacht, ihre volle Macht über ihn auszuüben, und beschreibt sie als ernst, mild, träumerisch und unergründlich süß. Die Nacht wird als eine Art Retterfigur dargestellt, die die Welt des Sprechers in Dunkelheit hüllt und ihm eine Art Trost oder Flucht bietet. In der zweiten Strophe verstärkt sich die Bitte des Sprechers. Er wünscht sich, dass die Nacht mit ihrem "Zauberdunkel" diese Welt von ihm nimmt, was auf einen Wunsch nach Flucht oder Transzendenz hindeutet. Die Nacht wird als ein einsamer Begleiter über seinem Leben dargestellt, der für immer an seiner Seite bleiben soll. Dies könnte als Ausdruck eines tiefen Gefühls der Isolation oder als Sehnsucht nach einer ewigen, tröstlichen Dunkelheit interpretiert werden. Insgesamt ist das Gedicht ein Ausdruck der menschlichen Sehnsucht nach Trost und Flucht vor den Herausforderungen des Lebens. Die Nacht, mit ihrer Dunkelheit und ihrem Geheimnis, wird als eine Art Zuflucht dargestellt, die den Sprecher von den Sorgen und Nöten der Welt befreien kann. Die wiederholte Verwendung des Wortes "Bitte" unterstreicht die Dringlichkeit und Intensität dieses Wunsches.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Weil' auf mir, du dunkles Auge
- Hyperbel
- Ernste, milde, träumerische, Unergründlich süße Nacht
- Metapher
- das du über meinem Leben Einsam schwebest für und für
- Personifikation
- Nimm mit deinem Zauberdunkel Diese Welt von hinnen mir