Bitte
1877Du stiller, blauer Alpensee Schenk′ mir von deinem Frieden, Ertränke du mein altes Weh, Erfrisch′ den Geist, den müden!
Ich möchte die Libelle sein, Die schwebend auf dir ruht, Ich möchte eine Welle sein Aus deiner klaren Flut!
Sieh′ mir ins blasse Angesicht - Erfüll′, was ich begehrt! Sag′ an, löscht all′ dein Wasser nicht Die Glut, die mich verzehrt? …
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Interpretation
Das Gedicht "Bitte" von Lisa Baumfeld ist ein lyrisches Plädoyer für innere Ruhe und Erneuerung. Der Sprecher wendet sich an einen "stillen, blauen Alpensee", der als Symbol für Frieden und Erholung steht. Der See soll das "alte Weh" ertränken und den "müden Geist" erfrischen, was auf eine tiefe emotionale Erschöpfung und den Wunsch nach Heilung hindeutet. Im zweiten Teil des Gedichts drückt der Sprecher den Wunsch aus, eins mit der Natur des Sees zu werden. Er möchte entweder die Libelle sein, die auf dem Wasser ruht, oder eine Welle aus der klaren Flut des Sees. Diese Bilder verdeutlichen den Wunsch, sich aufzulösen und mit der umgebenden Schönheit und Ruhe zu verschmelzen, um dem eigenen Leid zu entfliehen. Im letzten Teil des Gedichts wird der Sprecher direkter und fragt den See, ob seine Wasser die "Glut" löschen können, die ihn verzehrt. Die "Glut" steht metaphorisch für eine intensive, möglicherweise schmerzhafte Leidenschaft oder ein tiefes inneres Feuer. Der Sprecher sucht nach einer Antwort darauf, ob der See die Kraft hat, diese brennende Emotion zu stillen und ihm Erleichterung zu bringen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Welle sein Aus deiner klaren Flut
- Metapher
- Ich möchte eine Welle sein
- Personifikation
- Du stiller, blauer Alpensee
- Rhetorische Frage
- Sag′ an, löscht all′ dein Wasser nicht Die Glut, die mich verzehrt?