Bist Du schön?

Otto Roquette

1880

Bist du schön? Ich kann′s nicht sagen, Doch der reinsten Schönheit Licht Will so leuchtend mir nicht tagen, Als dein liebes Angesicht.

Mit der Anmuth Huldgeschenken Hebst in unbekannter Macht Du zur Schönheit all mein Denken, Hab′ ich auch nur dich gedacht.

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Interpretation

Das Gedicht "Bist Du schön?" von Otto Roquette beschäftigt sich mit der Schönheit einer geliebten Person. Der Sprecher stellt die Frage nach der äußeren Schönheit, kann diese jedoch nicht eindeutig beurteilen. Stattdessen betont er, dass das Licht der reinsten Schönheit nicht so leuchtend auf ihn einstrahlen könnte wie das Gesicht der Angebeteten. Dies deutet darauf hin, dass die Schönheit der Person weit über das rein Äußerliche hinausgeht und eine tiefere, innere Strahlkraft besitzt. Im zweiten Teil des Gedichts wird die transformative Kraft der Liebe deutlich. Mit den Gaben der Anmut, die wie ein Geschenk der Nymphe Huld erscheinen, erhebt die Geliebte das Denken des Sprechers zur Schönheit. Es scheint, als ob allein der Gedanke an diese Person ausreicht, um die Welt des Sprechers in Schönheit zu verwandeln. Die unbekannte Macht, die von der Angebeteten ausgeht, verleiht dem Denken des Sprechers eine neue Qualität und erhebt es zur Schönheit. Das Gedicht vermittelt somit die Idee, dass wahre Schönheit nicht allein im Äußeren liegt, sondern vielmehr in der inneren Anmut und der transformierenden Kraft der Liebe. Die Geliebte wird zum Inbegriff der Schönheit, der das Denken des Sprechers erhebt und ihm eine neue Perspektive auf die Welt eröffnet. Das Gedicht feiert somit die Schönheit der Liebe und ihre Fähigkeit, das menschliche Erleben zu bereichern und zu erheben.

Schlüsselwörter

schönheit schön kann sagen reinsten licht will leuchtend

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Stilmittel

Hyperbel
Als dein liebes Angesicht
Metapher
Doch der reinsten Schönheit Licht
Parallelismus
Hebst in unbekannter Macht / Du zur Schönheit all mein Denken
Personifikation
Mit der Anmuth Huldgeschenken