Bilder über Shakespeare
1827Du bist der Regenbogen - ausposaunt Ist seine Schönheit allen Ohren, Von Neuem aber unser Auge staunt In seine Farbenpracht verloren.
Du bist der Blitz, der von der Wetterlast Die bange Erde oft entbindet - Und doch hat dein Gedanke, frisch erfaßt, Mir immer neu ins Herz gezündet.
Du bist der sonnbeglänzte Wasserfall, So oft beschaut, so vielbewundert - Versunken in den reichen Glanz und Schall Steht vor ihm jegliches Jahrhundert.
Du bist der ewige, goldne Sommertag; Die trunkne Welt jauchzt ihm entgegen. Verehrt sein Schimmer! und sein Donnerschlag! In seiner Sonne reift der Segen.
Du bist das Meer, die wilde Herrlichkeit! Die Schöpfungsstätte der Gestalten. Die Schönheit lieh aus seinem Schaum ihr Kleid, In ihm die ewgen Schrecken walten.
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Interpretation
Das Gedicht "Bilder über Shakespeare" von Ludwig Eichrodt ist eine metaphorische Hommage an William Shakespeare, die den Dichter mit verschiedenen natürlichen Phänomenen vergleicht, um seine zeitlose Schönheit und Wirkung zu verdeutlichen. Eichrodt verwendet lebendige Bilder wie den Regenbogen, den Blitz, den Wasserfall, den Sommertag und das Meer, um die Vielfalt und Tiefe von Shakespeares Werk zu illustrieren. Jedes dieser Bilder symbolisiert einen Aspekt von Shakespeares Genie: den Regenbogen für seine ästhetische Schönheit, den Blitz für seine Fähigkeit, tiefe Emotionen und Erkenntnisse zu entfachen, den Wasserfall für seine beeindruckende Wirkung auf Generationen, den Sommertag für seine lebensspendende und inspirierende Kraft, und das Meer für seine unerschöpfliche Quelle der Kreativität und des Schreckens. Das Gedicht betont die Idee, dass Shakespeare, obwohl oft besprochen und analysiert, immer wieder neue Bewunderung und Staunen hervorruft. Die Wiederholung des Satzes "Du bist" zu Beginn jeder Strophe unterstreicht die Einzigartigkeit und Allgegenwärtigkeit von Shakespeares Einfluss. Die Metaphern dienen dazu, die unbeschreibliche Natur seines Genies zu vermitteln, das über Zeit und Raum hinausgeht. Durch diese Vergleiche mit natürlichen Wundern wird Shakespeares Werk als etwas Ewiges und Unvergängliches dargestellt, das die Menschheit weiterhin inspiriert und bewegt. Abschließend lässt sich sagen, dass Eichrodt mit diesem Gedicht nicht nur die Bewunderung für Shakespeare zum Ausdruck bringt, sondern auch die Idee vermittelt, dass wahre Kunst zeitlos ist und Generationen überdauert. Die Natursymbole dienen als Brücke zwischen dem menschlichen und dem göttlichen, was Shakespeares Werk zu etwas Heiligem und Universellem macht. Das Gedicht lädt den Leser ein, die Schönheit und Tiefe von Shakespeares Werk neu zu entdecken und zu schätzen, als ob man es zum ersten Mal sieht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Die Schöpfungsstätte der Gestalten
- Hyperbel
- So oft beschaut, so vielbewundert
- Metapher
- Du bist das Meer, die wilde Herrlichkeit
- Personifikation
- Die Schöpfungsstätte der Gestalten