Beutst du dem Geiste seine Nahrung

Theodor Fontane

1851

Beutst du dem Geiste seine Nahrung, So laß nicht darben dein Gemüt, Des Lebens höchste Offenbarung Doch immer aus dem Herzen blüht.

Ein Gruß aus frischer Knabenkehle, Ja mehr noch, eines Kindes Lall′n, Kann leuchtender in deine Seele Wie Weisheit aller Weisen fall′n.

Erst unter Kuß und Spiel und Scherzen Erkennst du ganz , was Leben heißt; O lerne denken mit dem Herzen, Und lerne fühlen mit dem Geist.

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Interpretation

Das Gedicht "Beutst du dem Geiste seine Nahrung" von Theodor Fontane handelt von der Balance zwischen Intellekt und Emotion. Es ermutigt den Leser, nicht nur den Geist mit Wissen zu nähren, sondern auch das Herz und die Seele zu pflegen. Das Gedicht beginnt mit der Warnung, den Geist nicht auf Kosten des Herzens zu überfüttern. Es betont, dass die tiefsten Einsichten und Offenbarungen des Lebens aus dem Herzen kommen, nicht aus dem Verstand allein. Ein einfacher Gruß oder die Sprache eines Kindes können oft mehr Bedeutung und Schönheit vermitteln als die Weisheit der größten Denker. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Bedeutung von Liebe, Spiel und Humor im Leben hervorgehoben. Erst durch diese emotionalen Erfahrungen versteht man wirklich, was Leben bedeutet. Fontane fordert den Leser auf, sowohl mit dem Herzen zu denken als auch mit dem Verstand zu fühlen, um eine ganzheitliche und erfüllte Existenz zu führen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Erkennst du ganz
Chiasmus
O lerne denken mit dem Herzen, Und lerne fühlen mit dem Geist
Hyperbel
Des Lebens höchste Offenbarung
Kontrast
Weisheit aller Weisen
Metapher
Beutst du dem Geiste seine Nahrung
Parallelismus
Erst unter Kuß und Spiel und Scherzen
Personifikation
So laß nicht darben dein Gemüt
Symbolik
eines Kindes Lall′n
Vergleich
Ein Gruß aus frischer Knabenkehle