Betrachtung der Zeit

Andreas Gryphius

1616

Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen / Mein sind die Jahre nicht / die etwa möchten kommen Der Augenblick ist mein / und nehm′ ich den in acht So ist der mein / der Jahr und Ewigkeit gemacht.

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Illustration zu Betrachtung der Zeit

Interpretation

Das Gedicht "Betrachtung der Zeit" von Andreas Gryphius handelt von der flüchtigen Natur der Zeit und der Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher reflektiert darüber, dass die vergangenen und zukünftigen Jahre nicht zu ihm gehören, sondern nur der gegenwärtige Augenblick. Er betont die Wichtigkeit, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen und zu schätzen, da er der einzige Zeitpunkt ist, der wirklich existiert. Gryphius verwendet eine klare und prägnante Sprache, um seine Gedanken über die Zeit auszudrücken. Die Wiederholung des Satzes "Mein sind die Jahre nicht" unterstreicht die Vergänglichkeit und Unkontrollierbarkeit der Zeit. Der Sprecher erkennt an, dass er die vergangenen Jahre nicht zurückholen kann und die zukünftigen Jahre nicht garantiert sind. Nur der gegenwärtige Augenblick gehört ihm wirklich. Die abschließende Zeile "So ist der mein / der Jahr und Ewigkeit gemacht" deutet darauf hin, dass der Sprecher durch das bewusste Erleben des gegenwärtigen Moments eine Verbindung zur Ewigkeit herstellt. Indem er den Augenblick wertschätzt und in vollen Zügen genießt, erlangt er eine Art zeitlose Existenz. Gryphius vermittelt die Botschaft, dass das Leben im Hier und Jetzt gelebt werden sollte, anstatt sich von der Vergangenheit oder Zukunft vereinnahmen zu lassen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Betrachtung der Zeit

Stilmittel

Antithese
Der Augenblick ist mein / und nehm′ ich den in acht
Chiasmus
Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen / Mein sind die Jahre nicht / die etwa möchten kommen
Hyperbel
So ist der mein / der Jahr und Ewigkeit gemacht
Parallelismus
Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen / Mein sind die Jahre nicht / die etwa möchten kommen