Besinnung
1866Gelassen, ihr Starken! Die Stunde, sie eilt: Und Lachen und Weinen, Es will nur was scheinen, Solang es verweilt!
All Gutes und Schlimmes Muß flüchtig vorbei - So schwer wir′s gewogen, So leicht ist′s verflogen, Was immer es sei.
Doch wird uns aus allem Ein Wesen gebaut: Weil wir es genossen, Weil uns es verdrossen, Und weil wir′s geschaut.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Besinnung" von Hanns von Gumppenberg ist eine nachdenkliche Betrachtung über die Vergänglichkeit des Lebens und die Bedeutung von Erfahrungen. Der Sprecher richtet sich an die "Starken" und mahnt zur Gelassenheit, da die Zeit schnell vergeht. Lachen und Weinen werden als flüchtige Erscheinungen beschrieben, die nur solange von Bedeutung sind, wie sie andauern. Der zweite Teil des Gedichts betont die Vergänglichkeit aller Dinge, sowohl des Guten als auch des Schlechten. Der Sprecher erinnert daran, dass selbst die schwersten und bedeutungsvollsten Ereignisse letztendlich vergänglich sind und schnell vorübergehen. Dies soll als Aufforderung zur Gelassenheit und Akzeptanz verstanden werden. Im letzten Teil des Gedichts wird eine optimistische Note angeschlagen. Obwohl alle Erfahrungen vergänglich sind, werden sie zu einem Teil unseres Wesens. Die Erlebnisse, die wir genossen, die uns verdrossen haben und die wir gesehen haben, formen unsere Persönlichkeit und machen uns zu dem, was wir sind. Somit erhält die Vergänglichkeit einen Sinn, da sie zur Bildung unseres Charakters beiträgt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Gelassen, ihr Starken! Die Stunde, sie eilt: Und Lachen und Weinen, Es will nur was scheinen, Solang es verweilt!
- Chiasmus
- Weil wir es genossen, Weil uns es verdrossen, Und weil wir's geschaut.
- Kontrast
- All Gutes und Schlimmes Muß flüchtig vorbei - So schwer wir's gewogen, So leicht ist's verflogen, Was immer es sei.