Bescherung
1866Hei, wie das trippelt und tastet und späht, Aufgreift und mustert in fiebernder Eile, Bis dann ein jedes Menschlein steht Stolz überschauend vor seinem Teile!
Und von der Beute, der bunten, entzückt Jauchzen die kleinen Herren und Damen: Aber am meisten sind sie beglückt, Weil sie auch alle gleich viel bekamen!
Freut euch nur wacker im zaubrischen Bann Silberumwobenen, strahlenden Baumes - Lustig und hell, solange sie kann, Leuchte die Liebe des Gleichheitstraumes!
Noch beschenkt euch das Christkind ja, Jedem dasselbe Plaisier zu bereiten - Später beschert euch der Himmelpapa, Und der hat seine Eigenheiten.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Bescherung" von Hanns von Gumppenberg beschreibt die festliche Atmosphäre des Weihnachtsabends, an dem Kinder gespannt ihre Geschenke entdecken. Die erste Strophe schildert die aufgeregte Vorfreude der Kinder, die eifrig ihre Geschenke inspizieren und stolz vor ihnen stehen. Die zweite Strophe fängt die Freude und Begeisterung der Kinder über ihre bunten Geschenke ein, wobei die Gleichheit der Geschenke besonders hervorgehoben wird. Die dritte Strophe ermutigt die Kinder, sich in der magischen Stimmung des Weihnachtsfestes zu erfreuen, solange die Liebe zum Gleichheitsgedanken anhält. Die letzte Strophe deutet an, dass das Christkind den Kindern gleiche Freude bereitet, während der "Himmelpapa" später im Leben individuellere Gaben verteilt. Das Gedicht reflektiert die Unschuld und Gleichheit der Kindheit, in der alle Kinder gleich behandelt werden und gleichermaßen Freude empfinden. Die "Liebe des Gleichheitstraumes" symbolisiert die Idee, dass alle Kinder gleich viel und gleichermaßen wertvolle Geschenke erhalten, was ihre Freude und Zufriedenheit steigert. Die Erwähnung des "Himmelpapas" am Ende deutet auf die späteren Herausforderungen des Lebens hin, in denen die Gleichheit nicht mehr so selbstverständlich ist und jeder individuelle Erfahrungen und Gaben macht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine nostalgische und warme Stimmung, die die Schönheit der kindlichen Unschuld und die vorübergehende Natur der Gleichheit im Leben einfängt. Es erinnert die Leser daran, die Momente der Gleichheit und des geteilten Glücks zu schätzen, bevor das Leben mit seinen individuellen Herausforderungen und Gaben beginnt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Hei, wie das trippelt und tastet und späht
- Bildsprache
- Lustig und hell, solange sie kann, Leuchte die Liebe des Gleichheitstraumes
- Hyperbel
- Und der hat seine Eigenheiten
- Kontrast
- Jubeln die kleinen Herren und Damen
- Metapher
- Silberumwobenen, strahlenden Baumes
- Personifikation
- Weil sie auch alle gleich viel bekamen
- Symbolik
- Christkind