Berlin

Paul Boldt

1885

Die Stimmen der Autos wie Jägersignale Die Täler der Straße bewaldend ziehn. Schüsse von Licht. Mit einem Male Brennen die Himmel auf Berlin,

Die Spree, ein Antlitz wie der Tag, Das glänzend meerwärts späht nach Rettern, Behält der wilden Stadt Geschmack, Auf der die Züge krächzend klettern.

Die blaue Nacht fließt in den Forst, Sie fühlt, geblendet, daß du lebst. Schnellzüge steigen aus dem Horst! Der weiße Abend, den du webst,

Fühlt, blüht, verblättert in das All. Ein Menschenhände-Fangen treibst du Um den verklungnen Erdenball Wie hartes Licht; und also bleibst du.

Wer weiß, in welche Welten dein Erstarktes Sternenauge schien, Stahlmasterblühte Stadt aus Stein, Der Erde weiße Blume, Berlin. Die Stimmen der Autos wie Jägersignale Die Täler der Straße bewaldend ziehn. Schüsse von Licht. Mit einem Male Brennen die Himmel auf Berlin,

Die Spree, ein Antlitz wie der Tag, Das glänzend meerwärts späht nach Rettern, Behält der wilden Stadt Geschmack, Auf der die Züge krächzend klettern.

Die blaue Nacht fließt in den Forst, Sie fühlt, geblendet, daß du lebst. Schnellzüge steigen aus dem Horst! Der weiße Abend, den du webst,

Fühlt, blüht, verblättert in das All. Ein Menschenhände-Fangen treibst du Um den verklungnen Erdenball Wie hartes Licht; und also bleibst du.

Wer weiß, in welche Welten dein Erstarktes Sternenauge schien, Stahlmasterblühte Stadt aus Stein, Der Erde weiße Blume, Berlin.

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Illustration zu Berlin

Interpretation

Das Gedicht "Berlin" von Paul Boldt beschreibt die Stadt als lebendiges, pulsierendes Wesen, das von Licht, Bewegung und Klang erfüllt ist. Die Straßen werden als bewaldete Täler dargestellt, durch die die Stimmen der Autos wie Jägersignale ziehen, während Schüsse von Licht den Himmel über Berlin erhellen. Die Spree wird als ein Gesicht beschrieben, das nach Rettern sucht und den Geschmack der wilden Stadt bewahrt, auf der die Züge krächzend klettern. Die blaue Nacht fließt in den Wald und fühlt, dass Berlin lebt. Schnellzüge steigen aus dem Horst, und der weiße Abend, den die Stadt webt, fühlt, blüht und verblättert im All. Die Menschenhände fangen sich um den verklungenen Erdenball wie hartes Licht, und Berlin bleibt so, wie es ist. Die Stadt wird als eine Stahlmasterblühte Stadt aus Stein beschrieben, die der Erde weiße Blume ist. Am Ende des Gedichts wird die Frage aufgeworfen, in welche Welten Berlins erstarktes Sternenauge geschienen hat. Die Wiederholung der ersten beiden Strophen am Ende des Gedichts unterstreicht die zyklische Natur der Stadt und ihre ständige Bewegung und Veränderung. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre der Energie, des Lebens und der Schönheit, die Berlin umgibt, und stellt die Stadt als ein lebendiges, atmendes Wesen dar, das die Welt um sich herum beeinflusst und beeinflusst wird.

Schlüsselwörter

licht berlin stadt fühlt weiße stimmen autos jägersignale

Wortwolke

Wortwolke zu Berlin

Stilmittel

Metapher
Der Erde weiße Blume, Berlin
Personifikation
Die blaue Nacht fließt in den Forst
Vergleich
Die Spree, ein Antlitz wie der Tag
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