Bergsee

Bruno Wille

1924

Es träumt aus düsterm Felsenschacht Ein totenstiller See Zur grenzenlosen Sternenpracht/ O Seligkeit und Weh!

Laßt taumeln mich, ihr Himmelshöhn, Versinken ganz in Schau! Mein Funkelstern, so bräutlich schön Wie eine Perle Tau!

Und bleibst du, Engel, weltenfern, Streu deinen Silberschein/ Dein Seelengleichnis/ keuscher Stern, In meine Tiefen ein.

In meine Tiefen lockt ein Grund/ O find ihn, Sternenbraut/ Wo Erd und Himmel Mund an Mund Zur ewgen Ruh sich traut

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Illustration zu Bergsee

Interpretation

Das Gedicht "Bergsee" von Bruno Wille beschreibt einen tiefen, stillen Bergsee, der von düsteren Felsen umgeben ist und in die unendliche Pracht der Sterne blickt. Diese Szenerie erweckt Gefühle von Seligkeit und Weh, was auf eine ambivalente emotionale Stimmung hindeutet. Der See wird als ein Ort der Träume und der Versenkung dargestellt, an dem der Betrachter sich verlieren möchte. Die zweite Strophe personifiziert die umliegenden Berge als "Himmelshöhn" und den funkelnden Stern als eine "Perle Tau", die in einer bräutlichen Schönheit erstrahlt. Der Sprecher sehnt sich danach, sich ganz in die Betrachtung dieses himmlischen Schauspiels zu versenken und von den Höhen in den See gezogen zu werden. Der Stern wird als Symbol für Reinheit und himmlische Schönheit dargestellt. In der dritten Strophe wendet sich der Sprecher direkt an den "Engel", der fern in den Welten weilt. Er bittet diesen, seinen "Silberschein" und sein "Seelengleichnis" in die Tiefen des Sees zu streuen. Dies deutet auf eine Sehnsucht nach einer Verbindung zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen hin, die durch den Stern symbolisiert wird. Der See wird als ein Ort dargestellt, an dem sich Erde und Himmel in ewiger Ruhe vereinen, was eine tiefere spirituelle Bedeutung haben könnte.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Apostrophe
Laßt taumeln mich, ihr Himmelshöhn
Hyperbel
Zur grenzenlosen Sternenpracht
Metapher
Sternenbraut
Personifikation
Wo Erd und Himmel Mund an Mund Zur ewgen Ruh sich traut