Berg und Tal
1808Erst auf den höchsten Zinnen, Die mühsam du erklommst, Wird′s hell in deinen Sinnen, Dem Himmel näher kommst!
Willst du ein Weilchen selig sein, So leg dich auf den Bauch dort in die nächste Wiese ′nein, lnmitt′ der Blumen Hauch!
So bist der Gottheit näher, Das Herz, es schlägt dir froh: Nur meide nahe Späher, Die finden so was roh!
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Interpretation
Das Gedicht "Berg und Tal" von Franz Carl Spitzweg beschreibt die Suche nach spiritueller Erhebung und die Freude, die in der Natur gefunden werden kann. Es betont die Bedeutung von Anstrengung und Mühe, um zu höheren Erkenntnissen zu gelangen. Der erste Teil des Gedichts spricht von der Anstrengung, die höchsten Zinnen zu erklimmen, um dem Himmel näher zu kommen und die Sinne zu erhellen. Dies symbolisiert den spirituellen Aufstieg und die Erweiterung des Bewusstseins. Der zweite Teil des Gedichts weist darauf hin, dass manchmal eine einfache, bodenständige Freude genauso erfüllend sein kann wie spirituelle Erleuchtung. Es wird empfohlen, sich in eine Wiese zu legen und den Duft der Blumen einzuatmen, um ein kurzes, seliges Glücksgefühl zu erleben. Dies steht für die Wertschätzung der kleinen Freuden des Lebens und die Verbindung zur Natur. Der letzte Teil des Gedichts warnt davor, von anderen beobachtet zu werden, da solche Handlungen als roh oder ungebührlich angesehen werden könnten. Dies könnte als Hinweis darauf interpretiert werden, dass spirituelle Erfahrungen und die Freude an der Natur oft als unkonventionell oder unpassend angesehen werden. Das Gedicht ermutigt den Leser, diese Erfahrungen trotzdem zu suchen und zu genießen, unabhängig von der Meinung anderer.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- So bist der Gottheit näher
- Bildsprache
- So leg dich auf den Bauch dort in die nächste Wiese
- Kontrast
- Erst auf den höchsten Zinnen...So leg dich auf den Bauch
- Metapher
- Erst auf den höchsten Zinnen, Die mühsam du erklommst
- Personifikation
- Dem Himmel näher kommst
- Reimschema
- abab
- Symbolik
- lnmitt′ der Blumen Hauch