Berauscht

Wolfgang Borchert

1947

Berauscht euch! Nur berauscht lässt sich dies Leben leben - berauscht von Geist und Blut und Reben, berauscht von Licht und Dunkelsein! Sauft doch das Leben - das Leben selbst ist Wein!

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Illustration zu Berauscht

Interpretation

Das Gedicht "Berauscht" von Wolfgang Borchert ist eine leidenschaftliche Aufforderung, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Der Titel selbst deutet bereits auf die zentrale Metapher des Gedichts hin: das Leben als Rauschzustand. Borchert betont die Notwendigkeit, sich von verschiedenen Elementen berauschen zu lassen, sei es von Geist, Blut, Reben, Licht oder Dunkelheit. Diese Vielfalt der Inspirationsquellen unterstreicht die Komplexität und Vielschichtigkeit des Lebens. Der Dichter verwendet starke, fast ekstatische Bilder, um seine Botschaft zu vermitteln. Die Wiederholung des Wortes "berauscht" in den ersten beiden Zeilen verstärkt die Intensität des gewünschten Lebensgefühls. Borchert lädt den Leser ein, sich von den verschiedenen Facetten des Lebens berauschen zu lassen, von den intellektuellen Höhen des Geistes bis hin zu den tiefen Abgründen des Dunkelseins. Diese Dualität spiegelt die gesamte Bandbreite menschlicher Erfahrungen wider. Im letzten Vers fasst Borchert seine Philosophie in einem kraftvollen Bild zusammen: "Saftet doch das Leben - das Leben selbst ist Wein!" Hier wird das Leben nicht nur mit einem Rauschzustand verglichen, sondern direkt als Wein bezeichnet, das Getränk schlechthin für Feiern und Genuss. Diese Metapher suggeriert, dass das Leben selbst die Quelle der Freude und des Genusses ist, und dass wir es in vollen Zügen ausschöpfen sollten, wie man einen guten Wein auskostet.

Schlüsselwörter

berauscht leben lässt geist blut reben licht dunkelsein

Wortwolke

Wortwolke zu Berauscht

Stilmittel

Alliteration
von Geist und Blut und Reben
Anapher
Berauscht euch! Nur berauscht
Metapher
das Leben selbst ist Wein
Parallelismus
berauscht von Licht und Dunkelsein