Benvenuto Cellini
1804Gerne bekenn′ ich, du bist der Ulyß der Künste, so vielfach Trug dich dein guter Humor, Kraft und Genie durch die Welt. Längst schon sperrte die Zeit, die schwarze Zauberin Circe Deine Genossen im Stall ew′ger Vergessenheit ein, Aber durch manche Charybdis erreichtest du endlich die Heimath, Deine Penelope schloß dich in die Arme - die Kunst.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Benvenuto Cellini" von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine Hommage an den berühmten italienischen Bildhauer, Goldschmied und Schriftsteller der Renaissance. Der Autor vergleicht Cellini mit dem mythischen Helden Odysseus (Ulyß) und stellt ihn als einen Künstler dar, der durch seine humorvolle Natur, seine Kraft und sein Genie die Welt bereist und dabei zahlreiche Herausforderungen meistert. Die Zeit, personifiziert als schwarze Zauberin Circe, hat viele seiner Zeitgenossen in Vergessenheit geraten lassen, doch Cellini hat es geschafft, die gefährlichen Untiefen (Charybdis) zu überwinden und schließlich in die Arme seiner geliebten Kunst, die als Penelope dargestellt wird, zurückzukehren. Waiblinger verwendet die Metapher der Odyssee, um Cellinis Lebensweg und künstlerische Reise zu beschreiben. Die "Genossen", die von der Zeit in den "Stall ewiger Vergessenheit" gesperrt wurden, symbolisieren die vielen Künstler, die trotz ihrer Talente in der Geschichte untergegangen sind. Cellini jedoch, durch seinen Humor und sein Genie, hat es geschafft, sich gegen die Vergessenheit zu behaupten und seine Heimat, die Kunst, zu erreichen. Die "Charybdis" steht für die zahlreichen Gefahren und Hindernisse, die Cellini auf seinem Weg überwinden musste, um seine künstlerische Vision zu verwirklichen. Die Schlusszeile des Gedichts, in der Cellini in die Arme der Kunst geschlossen wird, symbolisiert die tiefe Verbundenheit und Hingabe des Künstlers zu seinem Werk. Die Kunst wird hier als eine liebende Partnerin dargestellt, die auf den Heimkehrer wartet und ihn mit offenen Armen empfängt. Diese Metapher unterstreicht die Idee, dass für Cellini die Kunst nicht nur ein Beruf, sondern eine Lebensaufgabe und eine Quelle der Erfüllung war. Waiblinger zollt damit dem unermüdlichen Streben Cellinis nach künstlerischer Vollendung und seiner Fähigkeit, trotz aller Widrigkeiten seinen Weg zu gehen, Tribut.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Allusion
- Charybdis
- Bild
- Deine Genossen im Stall ew′ger Vergessenheit ein
- Kontrast
- Trug dich dein guter Humor, Kraft und Genie durch die Welt
- Metapher
- du bist der Ulyß der Künste
- Personifikation
- die Zeit, die schwarze Zauberin Circe
- Symbol
- Penelope