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Benvenuto Cellini

Von

Gerne bekenn′ ich, du bist der Ulyß der Künste, so vielfach
Trug dich dein guter Humor, Kraft und Genie durch die Welt.
Längst schon sperrte die Zeit, die schwarze Zauberin Circe
Deine Genossen im Stall ew′ger Vergessenheit ein,
Aber durch manche Charybdis erreichtest du endlich die Heimath,
Deine Penelope schloß dich in die Arme – die Kunst.

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Gedicht: Benvenuto Cellini von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Benvenuto Cellini“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine Lobeshymne und Hommage an den berühmten florentinischen Bildhauer und Goldschmied Benvenuto Cellini. Es vergleicht Cellini mit dem Helden Odysseus (Ulysses) und hebt seine vielfältigen Talente und sein bewegtes Leben hervor. Waiblinger betrachtet Cellini als einen Künstler, der trotz zahlreicher Herausforderungen und Widrigkeiten in der Kunst seine „Heimath“ und Erfüllung gefunden hat.

Der erste Vers etabliert den Vergleich mit Odysseus, dem Inbegriff des listenreichen und abenteuerlustigen Helden. Der Autor bekennt, dass Cellini der „Ulyß der Künste“ sei, was ihn als eine zentrale Figur in der Welt der Kunst auszeichnet. Der „gute Humor, Kraft und Genie“ Cellinis, die durch die Welt trugen, werden als treibende Kräfte seiner künstlerischen Schaffen herausgestellt. Waiblinger deutet an, dass Cellinis Charakter und seine Fähigkeiten ihn auf seinen Reisen durch die Welt geführt und ihm ermöglicht haben, die Hindernisse zu überwinden, denen er sich stellen musste.

Die folgenden Verse greifen das Motiv der Irrfahrt und der Rückkehr auf, wobei die „schwarze Zauberin Circe“ die Zeit symbolisiert. Circe, die in der Odyssee Odysseus‘ Gefährten in Tiere verwandelte, steht hier für das Vergessen, dem viele Künstler zum Opfer fallen. Die „Genossen“ Cellinis, also seine Zeitgenossen, sind der Vergessenheit anheimgefallen. Cellini selbst jedoch gelang es, die „Charybdis“ (einen gefährlichen Strudel) zu überwinden und „die Heimath“, die Kunst, zu erreichen.

Der letzte Vers evoziert das Bild von Odysseus‘ Wiedervereinigung mit Penelope, seiner treuen Frau. Hier wird die Kunst selbst zur „Penelope“, die Cellini in ihre Arme schließt. Dies symbolisiert die tiefe Verbindung des Künstlers zu seinem Schaffen, die ihm Trost und Erfüllung schenkt und ihm erlaubt, die Wirren des Lebens zu überwinden. Die Kunst wird als der rettende Hafen und die ewige Liebe dargestellt, die Cellini letztendlich gefunden hat.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.