Beneidenswert

Wilhelm Busch

1832

Sahst du noch nie die ungemeine Und hohe Kunstgelenkigkeit, Sowohl der Flügel wie der Beine, Im Tierbereich mit stillem Neid?

Sieh nur, wie aus dem Feisgeklüfte Auf seinen Schwingen wunderbar Bis zu den Wolken durch die Lüfte In stolzen Kreisen schwebt der Aar.

Sieh nur das Tierchen, das geringe, Das zu benennen sich nicht ziemt, Es ist durch seine Meistersprünge, Wenn nicht beliebt, so doch berühmt.

Leicht zu erlegen diese beiden, Das schlag dir lieber aus dem Sinn. Wer es versucht, der wird bescheiden, Sei′s Jäger oder Jägerin.

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Illustration zu Beneidenswert

Interpretation

Das Gedicht "Beneidenswert" von Wilhelm Busch thematisiert die Bewunderung für die natürliche Geschicklichkeit und Anmut von Tieren, insbesondere ihre Fähigkeit zu fliegen und zu springen. Der Dichter fragt den Leser, ob er jemals die "ungemeine und hohe Kunstgelenkigkeit" von Flügeln und Beinen im Tierreich mit stiller Bewunderung betrachtet hat. Die Verse wecken ein Gefühl der Sehnsucht nach der Freiheit und Leichtigkeit, die Tiere in ihrer Bewegung verkörpern. Busch beschreibt anschaulich den stolzen Flug des Adlers, der aus den Felsen emporsteigt und in majestätischen Kreisen bis zu den Wolken aufsteigt. Der Dichter lobt auch die "Meistersprünge" eines kleinen, namenlosen Tieres, das durch seine Sprungkunst Berühmtheit erlangt hat. Diese Tiere werden als Vorbilder für Anmut und Geschicklichkeit dargestellt, die den Menschen bewundernswert erscheinen. Das Gedicht endet mit einer Warnung, dass es unklug ist, diese Tiere zu erlegen oder zu fangen. Wer es versucht, wird gedemütigt, ob Mann oder Frau. Der letzte Vers deutet an, dass die Tiere ihre Freiheit und Unberührtheit verdienen und dass der Mensch sie in ihrem natürlichen Lebensraum bewundern, aber nicht stören sollte. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Wertschätzung für die Schönheit und Grazie der Tierwelt.

Schlüsselwörter

sieh sahst nie ungemeine hohe kunstgelenkigkeit sowohl flügel

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Stilmittel

Alliteration
Sowohl der Flügel wie der Beine
Hyperbel
Bis zu den Wolken durch die Lüfte
Ironie
Das zu benennen sich nicht ziemt
Metapher
Und hohe Kunstgelenkigkeit
Personifikation
In stolzen Kreisen schwebt der Aar