Beim Friedensschluß

Johann Peter Hebel

1760

Jez, Fliege, lönt mi all ungheit und meld si keini wit und breit; der sehnt jo, aßi d’Zitig lis, und chöm mer ein’, i triff si gwis. Gönnt, schaffet au ne halbe Tag vo Glockeschlag zu Glockeschlag: was gilt’s, der lueget anderst dri, und ‘s wird ich nümme gumperig si. I ha ne schweri Arbet gha; drum lacht mi jez mi Chrüsli a. Gang, Jergli, reich e Chäs zum Brot: ‘s schmeckt besser, wenn’s selbanger goht. Jowol, se hen sie Friede gmacht, und ‘s het en End mit Chrieg und Schlacht. Gott Lob und Dank für Mensch und Vieh! ‘s wäre nümme lang z’ prästire gsi.

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Illustration zu Beim Friedensschluß

Interpretation

Das Gedicht "Beim Friedensschluss" von Johann Peter Hebel beschreibt die Erleichterung und Freude über das Ende eines Krieges. Der Sprecher, der vermutlich ein Bauer ist, reflektiert über die mühsame Arbeit und die Sorgen, die der Krieg mit sich gebracht hat. Die Zeilen "Jez, Fliege, lönt mi all ungheit und meld si keini wit und breit" zeigen, dass der Sprecher nun von seinen Sorgen befreit ist und sich auf die Zukunft freut. Die Erleichterung über den Friedensschluss wird in den folgenden Zeilen deutlich, als der Sprecher die Ruhe und die Möglichkeit zur Erholung betont. Die Erwähnung von "halbe Tag vo Glockeschlag zu Glockeschlag" deutet auf eine Rückkehr zur Normalität und den gewohnten Tagesablauf hin. Der Sprecher ist froh, dass er sich keine Sorgen mehr machen muss und dass das Leben wieder seinen gewohnten Gang nehmen kann. Abschließend drückt der Sprecher seine Dankbarkeit gegenüber Gott aus und feiert das Ende des Krieges. Die Zeilen "Gott Lob und Dank für Mensch und Vieh! 's wäre nümme lang z' prästire gsi" zeigen, dass der Friede für alle, sowohl für Menschen als auch für Tiere, eine Erleichterung ist. Das Gedicht endet mit einem Ausdruck der Dankbarkeit und der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.

Schlüsselwörter

jez glockeschlag nümme fliege lönt all ungheit meld

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
jez, Fliege, lönt mi all ungheit
Bildsprache
Gang, Jergli, reich e Chäs zum Brot
Hyperbel
‘s wäre nümme lang z’ prästire gsi
Ironie
‘s schmeckt besser, wenn’s selbanger goht
Metapher
und chöm mer ein’, i triff si gwis
Personifikation
was gilt’s, der lueget anderst dri
Symbolik
Gott Lob und Dank für Mensch und Vieh