Bei seines Vaters Tod
unknownDen 24. Jänner 1813.
Schlaf′ in deiner engen Kammer, Lieber alter Vater, schlaf′, Glücklich, daß nach langem Jammer Noch dich frohe Zeitung traf.
Dank dir, daß in unsre Herzen Du der Ehre Muth gelegt, Der wol Hunger, Durst und Schmerzen, Knechtschaft nie und Schande trägt.
Wenn auch Fremde dich begraben, Schlaf′ in freier Erde nun, Lieber Vater, schau′, wir haben Jetzt ein beßres Werk zu thun.
Dann erst, wenn die deutschen Auen Keine Feinde mehr entweihn, Wollen wir dein Grabmal bauen, Schreiben deinen Leichenstein.
Oben in den blauen Hallen, Bei den Vätern weile du, Unser Waffenruf soll schallen Bis in deine sel′ge Ruh′.
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Interpretation
Das Gedicht "Bei seines Vaters Tod" von Max von Schenkendorf ist ein patriotisches Trauerlied, das den Tod des Vaters des Dichters zum Anlass nimmt, um seine tiefe Verbundenheit mit der deutschen Sache zum Ausdruck zu bringen. Das Gedicht ist in vier Strophen gegliedert und verwendet eine einfache, aber eindringliche Sprache, um die Trauer und den Stolz des Dichters zu vermitteln. In der ersten Strophe wünscht der Dichter seinem Vater einen friedlichen Schlaf in seiner engen Kammer. Er ist froh, dass der Vater noch eine frohe Nachricht erhielt, bevor er starb. Diese Nachricht ist wahrscheinlich ein Sieg oder ein Fortschritt im Kampf für die deutsche Freiheit, der den Vater vor seinem Tod noch einmal glücklich machte. Die zweite Strophe dankt dem Vater dafür, dass er den Kindern den Mut zur Ehre ins Herz gelegt hat. Dieser Mut ist so stark, dass er Hunger, Durst, Schmerzen, Knechtschaft und Schande erträgt. Der Dichter betont damit die Opferbereitschaft und den unerschütterlichen Willen, für die deutsche Sache zu kämpfen, den der Vater seinen Kindern vermittelt hat. In der dritten Strophe nimmt der Dichter zur Kenntnis, dass der Vater von Fremden begraben wurde. Trotzdem wünscht er ihm einen friedlichen Schlaf in freier Erde. Der Dichter und seine Geschwister haben nun eine wichtigere Aufgabe zu erfüllen, nämlich den Kampf für die deutsche Freiheit fortzusetzen. Das Grab des Vaters wird erst dann ein würdiges Denkmal erhalten, wenn die deutschen Auen keine Feinde mehr beherbergen. Die letzte Strophe wünscht dem Vater eine selige Ruhe bei den Vätern in den blauen Hallen. Der Dichter verspricht, dass der Ruf seiner Waffen bis in die Ruhe des Vaters dringen wird. Dies ist ein symbolischer Ausdruck dafür, dass der Kampf für die deutsche Freiheit weitergehen wird und der Vater stolz auf seine Kinder sein kann, die seinen Mut und seine Opferbereitschaft fortführen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Schlaf′ in deiner engen Kammer, Lieber alter Vater, schlaf′
- Hyperbel
- Der wol Hunger, Durst und Schmerzen
- Metapher
- deine sel′ge Ruh′
- Personifikation
- Schlaf′ in freier Erde nun
- Symbolik
- deutschen Auen