Bei ihrem Grabe
1740Diese Leiche hüte Gott! Wir vertrauen sie der Erde, Daß sie hier von aller Not Ruh’, und wieder Erde werde.
Da liegt sie, die Augen zu Unterm Kranz, im Sterbekleide!… Lieg’ und schlaf’ in Frieden du; Unsre Lieb’ und unsre Freude!
Gras und Blumen gehn herfür, Alle Samenkörner treiben, Treiben – und sie wird auch hier In der Gruft nicht immer bleiben.
Ausgesä’t nur, ausgesä’t Wurden alle die, die starben; Wind- und Regenzeit vergeht, Und es kommt ein Tag der Garben.
Alle Mängel abgetan Wird sie denn in bessern Kränzen Still einhergehn, und fortan Unverweslich sein und glänzen.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Bei ihrem Grabe" von Matthias Claudius thematisiert den Tod und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Es beginnt mit der Übergabe des Leichnams an die Erde, die als Ort der Ruhe und des Friedens dargestellt wird. Der Sprecher betont, dass die Verstorbene in Frieden ruhen und schlafen möge, während die Lebenden ihre Liebe und Freude bewahren. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Vergänglichkeit des Lebens und die Hoffnung auf Auferstehung thematisiert. Der Sprecher vergleicht den Tod mit dem Aussäen von Samen, die im Frühling keimen und wachsen. Er deutet an, dass auch die Verstorbene nicht ewig in der Gruft bleiben wird, sondern eines Tages auferstehen wird. Der Sprecher verweist auf die biblische Vorstellung, dass alle, die gestorben sind, wie Samen ausgesät wurden und dass ein Tag kommen wird, an dem sie wie Garben geerntet werden. Im letzten Teil des Gedichts wird die Hoffnung auf ein neues, unverwesliches Leben nach dem Tod ausgedrückt. Der Sprecher stellt sich vor, dass die Verstorbene nach dem Ablegen aller Mängel in besseren Kränzen still einhergehen wird. Sie wird dann unverweslich und glänzend sein, was auf eine Verklärung und Verklärung des Körpers nach dem Tod hindeutet. Das Gedicht endet mit der Hoffnung auf ein ewiges Leben in einer besseren Welt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Da liegt sie, die Augen zu
- Anapher
- Ausgesä't nur, ausgesä't
- Bildlichkeit
- Gras und Blumen gehn herfür, Alle Samenkörner treiben
- Hyperbel
- Unverweslich sein und glänzen
- Metapher
- Diese Leiche hüte Gott
- Personifikation
- Wind- und Regenzeit vergeht
- Symbolik
- Samenkörner treiben
- Trostbotschaft
- Unsre Lieb' und unsre Freude