Bei Einweihung der Carls-Universität

Christian Friedrich Daniel Schubart

1787

Carl baut ein schwäbisches Athene! - Und ach! im Pomp der Weihe fällt Des Weisen und des Christen Thräne! Denn Oetinger, der Lehrer einer Welt -

Er. der ins ungeheure Ganze Mit scharfem Seheraug′ geblickt, Und ungeblendet von dem Glanze Des Wahns - mit Einfalt sich geschmückt; -

Ach, Oetinger - der wahre Jesusjünger - Der seine Größe zwar gefühlt - Und doch in Demuth sich geringer Als seine jüngsten Brüder hielt; -

Ja Oetinger flog auf in jene Kreise. - Senkt weinend ihn ins dunkle Grab hinein! - Denn Er- der Christ! der Edle! und der Weise!! War eine hohe Schul′ allein.

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Illustration zu Bei Einweihung der Carls-Universität

Interpretation

Das Gedicht "Bei Einweihung der Carls-Universität" von Christian Friedrich Daniel Schubart thematisiert die Errichtung einer Universität in Schwaben, die nach Karl Eugen von Württemberg benannt wurde. Der Dichter bedauert jedoch, dass bei diesem pompösen Ereignis der weise und christliche Lehrer Oetinger in den Hintergrund gerät. Schubart betont die Einzigartigkeit und Größe Oetingers, der mit seinem scharfen Verstand und seiner Einfachheit die Welt erkannt hat. Der Dichter hebt hervor, dass Oetinger ein wahrer Jünger Jesu war, der seine Größe zwar spürte, aber in Demut kleiner war als seine jüngsten Brüder. Oetinger wird als ein Mann beschrieben, der in höhere Sphären aufgestiegen ist und nun in das dunkle Grab gesenkt wird. Schubart bedauert, dass Oetinger, der Christ, der Edle und der Weise, allein eine hohe Schule war. Das Gedicht verdeutlicht die Trauer über den Verlust einer solch außergewöhnlichen Persönlichkeit und die Anerkennung ihrer Bedeutung für die Welt. Schubart betont die Einzigartigkeit und den Wert Oetingers als Lehrer und Denker.

Schlüsselwörter

oetinger carl baut schwäbisches athene pomp weihe fällt

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Weiser und des Christen
Hyperbel
Er. der ins ungeheure Ganze
Metapher
War eine hohe Schul′ allein
Personifikation
Des Weisen und des Christen Thräne