Begnüge dich mit Pferden!
1839“Wie? wie? Zu Pferde, Herr Pastor? Ihr laßt es wacker traben! Doch kommt das Ding mir spanisch vor — Verzeiht dem alten Knaben!”
Der Herr und Meister ritt ja nur Auf einem Esel weiter! Ihr folgt mir schön des Meisters Spur!" Da sprach der Pfarrer heiter:
““Herr Schultheiß, schaut Euch doch nur um! Das Ding ist nicht zum Lachen: Im Stall kein Esel um und um — Was soll ich Ärmster machen?
Seitdem man zu Schultheißen macht Die Esel rings auf Erden, Da hab′ ich still für mich gedacht: Begnüge dich mit Pferden!””
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Interpretation
Das Gedicht "Begnüge dich mit Pferden!" von Franz Alfred Muth thematisiert die Ironie der menschlichen Eitelkeit und des sozialen Status. Es erzählt von einem Pastor, der statt eines Esels ein Pferd reitet, was von einem Schultheiß als "spanisch" und unpassend kritisiert wird. Der Pastor kontert mit einer humorvollen Erklärung: Da es in der heutigen Zeit keine Esel mehr gibt, da sie alle zu Schultheißen geworden sind, muss er sich mit Pferden begnügen. Das Gedicht verwendet eine humorvolle und satirische Sprache, um die Absurdität des sozialen Status und der Eitelkeit aufzuzeigen. Der Pastor wird als "Herr und Meister" bezeichnet, was seine Autorität und seinen Status unterstreicht. Der Schultheiß hingegen wird als "alter Knabe" bezeichnet, was seine Kritik als unbedeutend und lächerlich erscheinen lässt. Das Gedicht endet mit einer moralischen Botschaft: Man sollte sich mit dem zufriedengeben, was man hat, und nicht versuchen, seinen Status durch äußere Mittel zu verbessern. Der Pastor hat gelernt, sich mit Pferden zu begnügen, da es keine Esel mehr gibt, die seinen Status symbolisieren könnten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wie? wie?
- Ironie
- Begnüge dich mit Pferden
- Metapher
- Das Ding ist nicht zum Lachen
- Personifikation
- Herr und Meister ritt ja nur Auf einem Esel weiter
- Vergleich
- Das Ding kommt mir spanisch vor
- Wiederholung
- Esel