Befriedigt

Wilhelm Busch

1832

Er g′hört, als eines von den Lichtern, Die höher stets und höher steigen, Bereits zu unsern besten Dichtern, Das läßt sich leider nicht verschweigen

Was weiß man von den Sittenrichtern? - Er lebt von seiner Frau geschieden, Hat Schulden, ist nicht immer nüchtern - Aha, jetzt sind wir schon zufrieden!

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Illustration zu Befriedigt

Interpretation

Das Gedicht "Befriedigt" von Wilhelm Busch behandelt die menschliche Tendenz, sich an den Fehlern und Schwächen anderer zu erfreuen. Es beginnt mit der Anerkennung eines Dichters, der zu den "besten" gehört und dessen Talent unbestreitbar ist. Doch anstatt sich an seinem künstlerischen Erfolg zu erfreuen, fokussiert sich der Sprecher auf die persönlichen Mängel des Dichters. Die zweite Strophe enthüllt die "Sünden" des Dichters: Er lebt getrennt von seiner Frau, hat Schulden und ist nicht immer nüchtern. Diese Enthüllungen werden mit einem triumphierenden "Aha" quittiert, das die Befriedigung des Sprechers über die Unvollkommenheiten des Dichters zum Ausdruck bringt. Das Gedicht kritisiert somit die menschliche Neigung, sich an den Fehlern anderer zu erfreuen und deren Erfolge zu schmälern. Busch nutzt die Ironie, um die Doppelmoral und die Schadenfreude der Gesellschaft aufzuzeigen. Das Gedicht legt nahe, dass es für viele Menschen schwierig ist, den Erfolg anderer uneingeschränkt zu würdigen, und dass sie stattdessen Trost in den Fehlern und Schwächen der Erfolgreichen finden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Ironie
Das läßt sich leider nicht verschweigen
Kontrast
Er lebt von seiner Frau geschieden, Hat Schulden, ist nicht immer nüchtern - Aha, jetzt sind wir schon zufrieden!
Metapher
Er g′hört, als eines von den Lichtern, Die höher stets und höher steigen
Rhetorische Frage
Was weiß man von den Sittenrichtern?