Basel

Kurt Schwitters

unknown

Es geht ein bisschen rauf, es geht ein bisschen runter, dazwischen fließt der Rhein. Grün soll das Wasser sein. Wenn’s regnet stürmt und schneit, dann ist es braun, braun anzuschaun. Verhältnismäßig drückend föhnt der Föhn, es brodelt tief im Grunde, darüber eine Stadt, die Basels Name trägt und hat. Dort lint es Böck, dort beint es Hol, es waldet grün und witzt. Der Ritter sticht den Wurm, am Turm. Die Kirche aus Zement ist Mosers hohe Zeit. Es brennt, wenn’s brennt, im Kleid. Der Frauen holder Chor lächelt dem Tor. Mann, sieh dich vor!

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Illustration zu Basel

Interpretation

Das Gedicht "Basel" von Kurt Schwitters beschreibt die Stadt Basel und ihre Umgebung auf eine spielerische und oft surreal anmutende Weise. Die Landschaft wird durch den Flusslauf des Rheins geprägt, der mal grün und mal braun ist, je nach Wetterlage. Der Föhn, ein warmer Fallwind, wird als "verhältnismäßig drückend" beschrieben, was auf das besondere Klima der Region hinweist. Schwitters verwendet eine einfache, fast kindliche Sprache, um die Szenerie zu schildern, was dem Gedicht eine humorvolle und leichte Note verleiht. Im zweiten Teil des Gedichts konzentriert sich Schwitters auf die Stadt Basel selbst. Er erwähnt den Bock, ein Symbol der Stadt, und den Holzmarkt, was auf die historischen und kulturellen Elemente Basels anspielt. Die Natur wird als "waldet grün und witzt" beschrieben, was eine lebendige und fast personifizierte Darstellung der Umgebung schafft. Der Ritter, der den Wurm am Turm sticht, könnte als Anspielung auf die mittelalterliche Geschichte der Stadt verstanden werden. Der letzte Teil des Gedichts bringt eine Mischung aus modernen und traditionellen Elementen zusammen. Die Kirche aus Zement und die Erwähnung von "Mosers hoher Zeit" könnten auf die zeitgenössische Architektur und Kultur Bezug nehmen. Die Zeile "Es brennt, wenn's brennt, im Kleid" ist rätselhaft und könnte verschiedene Interpretationen zulassen, von einer Warnung vor Gefahren bis hin zu einer metaphorischen Aussage über das Leben in der Stadt. Der "Frauen holder Chor" und der "Tor" könnten als Symbole für die sozialen und kulturellen Aspekte Basels stehen, wobei die Frauen als einladend und der "Tor" als etwas zu Beachtendes dargestellt werden. Das Gedicht endet mit einer warnenden Aufforderung, "sich vorzusehen", was den Leser dazu auffordert, die Stadt mit offenen Augen und einem gewissen Maß an Vorsicht zu betrachten.

Schlüsselwörter

geht bisschen grün braun brennt rauf runter dazwischen

Wortwolke

Wortwolke zu Basel

Stilmittel

Alliteration
dort lint es Böck, dort beint es Hol
Bildsprache
Der Frauen holder Chor lächelt dem Tor
Enjambement
Es geht ein bisschen rauf, es geht ein bisschen runter, dazwischen fließt der Rhein.
Ironie
Die Kirche aus Zement ist Mosers hohe Zeit
Kontrast
Es brennt, wenn's brennt, im Kleid
Metapher
Grün soll das Wasser sein.
Personifikation
es brodelt tief im Grunde
Symbolik
Der Ritter sticht den Wurm, am Turm