Barcarole

Adolf Friedrich Graf von Schack

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Um der fallenden Ruder Spitzen Zittert und leuchtet ein schimmernder Glanz, Flieht bei jedem Schlage mit Blitzen Hin von Wellen zu Wellen im Tanz.

Mir im Busen von Liebeswonnen Zittert und leuchtet das Herz wie die Flut, Jubelt hinauf zu den Sternen und Sonnen, Bebt zu vergehn in der wogenden Glut.

Schon auf dem Felsen durchs Grün der Platane Seh′ ich das säulengetragene Dach, Und das flimmernde Licht am Altane Kündet mir, daß die Geliebte noch wach.

Fliege, mein Kahn! und birg uns verschwiegen, Birg uns, selige Nacht des August! Süß wohl ist′s, auf den Wellen sich wiegen, Aber süßer an ihrer Brust.

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Illustration zu Barcarole

Interpretation

Das Gedicht "Barcarole" von Adolf Friedrich Graf von Schack beschreibt die emotionale Reise eines Liebenden auf einem Boot, das sich durch das Wasser bewegt. Die fallenden Ruder erzeugen ein schimmerndes Licht, das auf den Wellen tanzt und die Bewegung des Wassers widerspiegelt. Diese Szene wird mit den Gefühlen des lyrischen Ichs verglichen, dessen Herz vor Liebe zittert und leuchtet, ähnlich wie die Flut. Die Leidenschaft steigt bis zu den Sternen und Sonnen empor, um schließlich in der Glut der Liebe zu vergehen. Die zweite Strophe führt die Szene in eine konkretere Umgebung über. Der Liebende nähert sich einem Haus mit einem säulengetragenen Dach, das von grünen Platane-Bäumen umgeben ist. Das flimmernde Licht auf dem Altana signalisiert, dass die Geliebte noch wach ist und auf ihn wartet. Die Vorfreude und Sehnsucht des Liebenden werden durch die Bitte an das Boot verstärkt, schnell zu fliegen und sie in der Nacht des Augusts zu verbergen. Die Nacht wird als selig beschrieben, was die Intimität und den Schutz der Dunkelheit betont. Die letzte Strophe kontrastiert die Schönheit des Wiegens auf den Wellen mit der noch süßeren Empfindung, an der Brust der Geliebten zu sein. Das Gedicht endet mit der Betonung der überwältigenden Freude und Erfüllung, die der Liebende in der Nähe seiner Geliebten empfindet. Die Barcarole, ein traditionelles venezianisches Bootlied, dient als Metapher für die Reise der Liebe, die sowohl physisch als auch emotional ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Und das flimmernde Licht am Altane
Hyperbel
Bebt zu vergehn in der wogenden Glut
Kontrast
Aber süßer an ihrer Brust
Metapher
Zittert und leuchtet ein schimmernder Glanz
Personifikation
Jubelt hinauf zu den Sternen und Sonnen
Symbolik
Geliebte noch wach
Vergleich
Zittert und leuchtet das Herz wie die Flut