Ballade

Ernst Moritz Arndt

1860

Und die Sonne machte den weiten Ritt Um die Welt, Und die Sternlein sprachen: “Wir reisen mit Um die Welt”; Und die Sonne, sie schalt sie: “Ihr bleibt zu Haus! Den ich brenn euch die goldnen Äuglein aus Bei dem feurigen Ritt um die Welt.”

Und die Sternlein gingen zum lieben Mond In der Nacht, Und sie sprachen: “Du, der auf Wolken trohnt In der Nacht, Laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein, Er verbrennet uns nimmer die Äugelein.” Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.

Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond, In der Nacht! Ihr versteht, was still in dem Herzen wohnt In der Nacht. Kommt und zündet die himmlischen Lichter an, Daß ich lustig mit schwärmen und spielen kann In den freundlichen Spielen der Nacht.

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Ballade

Interpretation

Das Gedicht "Ballade" von Ernst Moritz Arndt schildert eine nächtliche Szenerie, in der sich die himmlischen Körper Sonne, Sterne und Mond bewegen. Die Sonne unternimmt eine weite Reise um die Welt, während die Sterne bei ihr bleiben möchten. Die Sonne weist sie jedoch zurück, da sie befürchtet, dass ihre Augen durch die Hitze verbrennen könnten. Daraufhin wenden sich die Sterne an den Mond, der in der Nacht auf Wolken thront. Sie bitten ihn, sie auf seiner Reise mitzunehmen, da sein milder Schein ihre Augen nicht verbrennen würde. Der Mond nimmt die Sterne als Gesellen der Nacht an sich. Im letzten Abschnitt begrüßt der Sprecher die Sterne und den Mond in der Nacht. Er lädt sie ein, die himmlischen Lichter anzuzünden, damit er in den freundlichen Spielen der Nacht lustig schwärmen und spielen kann. Das Gedicht vermittelt eine romantische Stimmung der Nacht und der Bewegung der Himmelskörper.

Schlüsselwörter

nacht welt sternlein sonne ritt sprachen mond spielen

Wortwolke

Wortwolke zu Ballade

Stilmittel

Metapher
Daß ich lustig mit schwärmen und spielen kann In den freundlichen Spielen der Nacht
Personifikation
Und er nahm sie, Gesellen der Nacht