Bali-Tempel
unknownIm alten Tempelhof, der grau ist und verlassen, Da blühn allein vielarmig Frangipanibäume Und halten ihre Blüten hoch, die weltentrückten, blassen, Und opfern ihre scharfen Düfte, ihre ganz verzückten, Den grimmen Götterbildern, die da, Stein bei Stein, sich selbst besehen, Im alten leeren Hofe dort im Schatten stehen und verwildern.
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Interpretation
Das Gedicht "Bali-Tempel" von Max Dauthendey handelt von einem alten, verlassenen Tempelhof, in dem allein Frangipanibäume blühen. Die Bäume stehen als einzige Lebenszeichen in dieser verlassenen Umgebung. Ihre Blüten werden als "weltentrückt" und "blass" beschrieben, was eine gewisse Melancholie und Abgeschiedenheit vermittelt. Die Bäume opfern ihre "scharfen Düfte", die als "verzückt" charakterisiert werden, den "grimmen Götterbildern", die aus Stein bestehen und im Schatten stehen. Die Götterbilder werden als "grimmig" beschrieben und scheinen in sich selbst versunken zu sein. Sie stehen "Stein bei Stein" und "sehen sich selbst", was auf eine Art von Selbstbezüglichkeit oder Isolation hindeutet. Die Götterbilder "verwildern" im Schatten des Tempelhofes, was auf einen Verfall oder eine Aufgabe durch die Zeit schließen lässt. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre von Verlassenheit, Melancholie und Verfall. Die Frangipanibäume stehen als einzige Lebenszeichen in dieser verlassenen Umgebung und opfern ihre Düfte den verwilderten Götterbildern. Die Götterbilder selbst sind in sich selbst versunken und scheinen von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gedicht lässt den Betrachter über die Vergänglichkeit und den Wandel der Zeit nachdenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Wiederholung des 'b'-Lautes in 'blühn allein vielarmig Frangipanibäume'
- Bildlichkeit
- Die Beschreibung der 'grimmen Götterbilder' und des 'alten leeren Hofes'
- Kontrast
- Der Kontrast zwischen den 'grauen' und 'verlassenen' Tempelhof und den blühenden Frangipanibäumen
- Metapher
- Die Blüten werden als 'weltentrückt' und 'verzückt' beschrieben
- Personifikation
- Die Blüten opfern ihre scharfen Düfte