Auszug der Tiere
1932Es waren eingekreist die ahnungslosen Verirrten Tiere eh sie sich versahn Von Wand und Wand. Ganz fern im Grenzenlosen Zog noch von Himmel eine blasse Bahn.
In einer Nacht war Mond in ihren Träumen. Sie brachen auf, gezogen in das fahle Trügende Licht. Und wie ins Laub von Bäumen Stiegen sie ins Geäst der Kathedrale.
Und stiegen träumend fort bis in das letzte Gezweig der Giebel und erwachten kaum Als sich ihr Fuß hinaus ins Leere setzte: Sie fanden sich verstiegen in dem Raum,
Der Erde nicht und der nicht Himmel hieß, Ganz heimatlos. Sie starrten in des Lichts Ziehenden Strahl bis sie der Blick verließ Und sie versteinten, irren Angesichts.
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Interpretation
Das Gedicht "Auszug der Tiere" von Maria Luise Weissmann beschreibt eine mystische Reise von Tieren, die sich in einer gefährlichen Situation befinden. Die Tiere sind von Wänden umgeben und können sich nicht mehr orientieren. In der Ferne zieht sich eine blasse Bahn über den Himmel, was auf eine ungewisse Zukunft hindeutet. In der zweiten Strophe träumen die Tiere von einem Mond und brechen in der Nacht auf, um in das täuschende Licht zu ziehen. Sie steigen in die Äste einer Kathedrale, was symbolisch für ihre spirituelle Suche stehen könnte. Die Tiere steigen immer höher, bis sie sich in den letzten Zweigen der Giebel befinden und kaum noch erwachen. In der letzten Strophe setzen die Tiere ihre Füße ins Leere und finden sich in einem Raum wieder, der weder Erde noch Himmel ist. Sie sind heimatlos und starren in das ziehende Licht, bis sie von dem Blick verlassen werden und versteinern. Das Gedicht endet mit einer düsteren Note, die auf das Scheitern der Tiere und ihre Unfähigkeit, ihren Platz in der Welt zu finden, hindeutet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Zog noch von Himmel eine blasse Bahn
- Bildsprache
- In einer Nacht war Mond in ihren Träumen
- Kontrast
- Der Erde nicht und der nicht Himmel hieß
- Metapher
- Sie fanden sich verstiegen in dem Raum
- Personifikation
- Bis sie der Blick verließ