Aussicht

Friedrich Hölderlin

1770

Wenn Menschen fröhlich sind, ist dieses vom Gemüte, Und aus dem Wohlergehn, doch aus dem Felde kommet, Zu schaun der Bäume Wuchs, die angenehme Blüte, Da Frucht der Ernte noch den Menschen wächst und frommet.

Gebirg umgibt das Feld, vom Himmel hoch entstehet Die Dämmerung und Luft, der Ebnen sanfte Wege Sind in den Feldern fern, und über Wasser gehet Der Mensch zu Örtern dort die kühn erhöhten Stege.

Erinnerung ist auch dem Menschen in den Worten, Und der Zusammenhang der Menschen gilt die Tage Des Lebens durch zum Guten in den Orten, Doch zu sich selber macht der Mensch des Wissens Frage.

Die Aussicht scheint Ermunterung, der Mensch erfreuet Am Nutzen sich, mit Tagen dann erneuet Sich sein Geschäft, und um das Gute waltet Die Vorsicht gut, zu Dank, der nicht veraltet.

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Illustration zu Aussicht

Interpretation

Das Gedicht "Aussicht" von Friedrich Hölderlin thematisiert die Verbindung zwischen Mensch und Natur sowie die Rolle von Wissen und Vorsicht im Leben. Hölderlin beschreibt, wie die Freude der Menschen aus ihrem Gemüt entspringt und wie sie aus dem Wohlergehen, aber auch aus dem Feld und der Natur schöpfen. Die Betrachtung des Wachstums der Bäume, der Blüte und der Frucht der Ernte bringt den Menschen Nutzen und Freude. Die zweite Strophe lenkt den Blick auf die Umgebung, in der der Mensch lebt. Die Berge umgeben das Feld, der Himmel sendet Dämmerung und Luft, und die sanften Wege der Ebene sind fern in den Feldern. Über das Wasser führt der Mensch auf kühnen, erhöhten Stege zu den Orten. Diese Bilder verdeutlichen die Weite und Schönheit der Natur, die den Menschen umgibt und inspiriert. In der dritten Strophe reflektiert Hölderlin über die Bedeutung von Erinnerung und Zusammenhalt der Menschen. Die Erinnerung ist in den Worten der Menschen verankert, und der Zusammenhalt gilt den ganzen Tag über zum Guten in den Orten. Doch der Mensch stellt sich selbst die Frage nach dem Wissen, was auf die Suche nach Erkenntnis und Verständnis hindeutet. Die letzte Strophe beschreibt die Aussicht als Ermunterung und Quelle der Freude für den Menschen. Der Nutzen, den der Mensch daraus zieht, erneuert sein Geschäft und seine Tätigkeit. Die Vorsicht waltet um das Gute, und der Dank veraltet nicht. Dies deutet darauf hin, dass die Natur und die Aussicht den Menschen inspirieren und motivieren, verantwortungsvoll und dankbar zu handeln.

Schlüsselwörter

menschen mensch fröhlich gemüte wohlergehn felde kommet schaun

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Sich sein Geschäft, und um das Gute waltet
Anapher
Und der Zusammenhang der Menschen gilt die Tage Des Lebens durch zum Guten in den Orten
Bildsprache
Zu schaun der Bäume Wuchs, die angenehme Blüte
Hyperbel
Der Mensch zu Örtern dort die kühn erhöhten Stege
Metapher
Wenn Menschen fröhlich sind, ist dieses vom Gemüte
Parallelismus
Der Mensch erfreuet Am Nutzen sich, mit Tagen dann erneuet
Personifikation
Gebirg umgibt das Feld, vom Himmel hoch entstehet