Aussicht [2]
1770Der offne Tag ist Menschen hell mit Bildern, Wenn sich das Grün aus ebner Ferne zeiget, Noch eh des Abends Licht zur Dämmerung sich neiget, Und Schimmer sanft den Klang des Tages mildern. Oft scheint die Innerheit der Welt umwölkt, verschlossen, Des Menschen Sinn von Zweifeln voll, verdrossen, Die prächtige Natur erheitert seine Tage Und ferne steht des Zweifels dunkle Frage.
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Interpretation
Das Gedicht "Aussicht [2]" von Friedrich Hölderlin zeichnet ein Bild der Welt, das von Licht und Dunkelheit, Klarheit und Zweifel geprägt ist. Der offene Tag wird als hell und voller Bilder beschrieben, wenn das Grün aus der Ferne erscheint, noch bevor das Abendlicht zur Dämmerung neigt und der Klang des Tages sanft gemildert wird. Diese Beschreibung vermittelt ein Gefühl von Hoffnung und Schönheit, das die Natur in den Menschen weckt. Doch die Innigkeit der Welt scheint oft von Wolken verdeckt und verschlossen zu sein. Der menschliche Sinn ist voller Zweifel und Unzufriedenheit. Trotzdem hat die prächtige Natur die Kraft, die Tage des Menschen zu erheitern. Die ferne, dunkle Frage des Zweifels steht im Kontrast zu der Schönheit und Klarheit, die die Natur bietet. Es ist, als ob die Natur eine Art Trost oder Antwort auf die Zweifel des Menschen darstellt, auch wenn die endgültige Lösung oder Antwort noch in der Ferne liegt. Das Gedicht reflektiert die menschliche Erfahrung von Unsicherheit und Zweifel, aber auch die Fähigkeit der Natur, Trost und Erleichterung zu bieten. Es ist ein Aufruf, die Schönheit der Welt zu erkennen und zu schätzen, auch wenn die tieferen Fragen des Lebens ungelöst bleiben. Hölderlin nutzt die Natur als Metapher für die menschliche Erfahrung und als Quelle der Inspiration und des Trostes.
Schlüsselwörter
Wortwolke
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Stilmittel
- Alliteration
- Der offne Tag ist Menschen hell mit Bildern
- Bildlichkeit
- Das Grün aus ebner Ferne zeiget
- Kontrast
- Des Zweifels dunkle Frage
- Metapher
- Das Grün aus ebner Ferne zeiget
- Personifikation
- Das Grün aus ebner Ferne zeiget