Aus der Jugendzeit
1788Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit Klingt ein Lied mir immerdar; O wie liegt so weit, o wie liegt so weit, Was mein einst war!
Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang, Die den Herbst und Frühling bringt; Ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang Das jetzt noch klingt?
“Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, Waren Kisten und Kasten schwer; Als ich wieder kam, als ich wieder kam, War alles leer.”
O du Kindermund, o du Kindermund, Unbewußter Weisheit froh, Vogelsprachekund, vogelsprachekund Wie Salomo!
O du Heimatflur, o du Heimatflur, Laß zu deinem heil’gen Raum Mich noch einmal nur, mich noch einmal nur Entfliehn im Traum!
Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, War die Welt mir voll so sehr; Als ich wieder kam, als ich wieder kam, War alles leer.
Wohl die Schwalbe kehrt, wohl die Schwalbe kehrt, Und der leere Kasten schwoll, Ist das Herz geleert, ist das Herz geleert, Wird’s nie mehr voll.
Keine Schwalbe bringt, keine Schwalbe bringt Dir zurück, wonach du weinst; Doch die Schwalbe singt, doch die Schwalbe singt Im Dorf wie einst:
“Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, Waren Kisten und Kasten schwer; Als ich wieder kam, als ich wieder kam, War alles leer.”
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Interpretation
Das Gedicht "Aus der Jugendzeit" von Friedrich Rückert handelt von der Sehnsucht nach der verlorenen Jugend und der Vergänglichkeit der Zeit. Der Sprecher erinnert sich an seine Kindheit und Jugend, die ihm nun wie ein ferner Traum erscheinen. Er fragt sich, ob die Dinge, die ihm einst wichtig waren, noch existieren oder ob sie mit der Zeit verblasst sind. Das Gedicht verwendet verschiedene Bilder und Symbole, um diese Themen zu vermitteln. Die Schwalbe steht für die Vergänglichkeit der Zeit und die Unausweichlichkeit des Wandels. Der leere Koffer symbolisiert die Leere und das Verlorene, das der Sprecher empfindet, wenn er an seine Vergangenheit denkt. Die Kindermundsprache und die Vogelsprache symbolisieren die Unschuld und die Weisheit der Kindheit, die der Sprecher vermisst. Das Gedicht endet mit einer Wiederholung des Refrains, der die zentrale Botschaft des Gedichts zusammenfasst: "Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, / Waren Kisten und Kasten schwer; / Als ich wieder kam, als ich wieder kam, / War alles leer." Dies unterstreicht die Vergänglichkeit der Zeit und die Unausweichlichkeit des Wandels. Das Gedicht ist eine melancholische Reflexion über die Vergänglichkeit der Zeit und die Sehnsucht nach der verlorenen Jugend.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm
- Epipher
- War alles leer
- Metapher
- O du Heimatflur
- Personifikation
- Doch die Schwalbe singt
- Rhetorische Frage
- Ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang Das jetzt noch klingt?
- Vergleich
- vogelsprachekund Wie Salomo