Aufrichtiges Geständniß
1744Herr Schlemm verkauft sein Haus, und spricht, er hab es satt. Natürlich, denn man weiß daß ers gefreßen hat.
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Interpretation
Das Gedicht "Aufrichtiges Geständniß" von Heinrich Christian Boie ist eine kurze, aber prägnante Satire auf menschliche Heuchelei und Selbsttäuschung. Es beschreibt eine Situation, in der Herr Schlemm sein Haus verkauft und angibt, es satt zu haben. Die Kürze und Knappheit des Gedichts verstärken die Wirkung der Pointe. Die Pointe liegt in der letzten Zeile, die enthüllt, dass Herr Schlemm das Haus tatsächlich "gefressen" hat. Dies ist eine Metapher für übermäßigen Konsum und Verschwendung. Herr Schlemm gibt vor, das Haus satt zu haben, während die Wahrheit ist, dass er es durch seinen eigenen Lebensstil ruiniert hat. Das Gedicht kritisiert somit die menschliche Tendenz, die Verantwortung für eigene Fehler auf äußere Umstände zu schieben. Die Sprache des Gedichts ist einfach und direkt, was die Schärfe der Kritik unterstreicht. Die Verwendung des Wortes "gefressen" ist besonders wirkungsvoll, da es eine starke visuelle Vorstellung erzeugt und die Vorstellung von Verschwendung und Überkonsum verstärkt. Insgesamt ist das Gedicht ein brillantes Beispiel für Boies Fähigkeit, komplexe menschliche Verhaltensweisen in wenigen Worten zu kritisieren und zu beleuchten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Natürlich, denn man weiß daß ers gefreßen hat
- Metapher
- Herr Schlemm verkauft sein Haus, und spricht, er hab es satt