Aufmunterung zum Vergnügen

Johanna Charlotte Unzer

1754

Doris, eile doch mit den Gespielen! Eile doch! die stille Lust zu fühlen, Die des Frühlings Wiederkunft kann geben. Wenn er kömmt, fängt alles an zu leben; Wenn er flieht, entfliehen alle Freuden, Und du mußt die stillen Küsse meiden, Welche, wenn sein Hauch dich sanft berühret, Zephyr oft dir schmeichelnd zugeführet. Wiesen, die wie ganz erstorben schienen, Fangen itzt von neuem an zu grünen. Alles lebt, mit neuer Lust, vergnüget, Weil der rauhe Winter ist besieget. Sey vergnügt bey deines Thyrsis Küssen, Laß ihm oft sein größtes Glücke wissen, Das er nur in deinem Arm genießet: Dadurch wird der Liebe Schmerz versüßet.

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Illustration zu Aufmunterung zum Vergnügen

Interpretation

Das Gedicht "Aufmunterung zum Vergnügen" von Johanna Charlotte Unzer ist eine poetische Aufforderung an Doris, die Freuden des Frühlings und der Liebe zu genießen. Die Autorin ermutigt Doris, sich den Gespielen anzuschließen und die stille Lust zu fühlen, die der Frühling bringen kann. Sie betont die vergängliche Natur dieser Freuden und ermutigt Doris, die Küsse und die Zärtlichkeit des Zephirs zu genießen, solange sie möglich sind. Die zweite Strophe beschreibt die Verwandlung der Natur im Frühling. Die scheinbar erstorbenen Wiesen erwachen zu neuem Leben und grünen auf. Alles ist belebt und voller neuer Lust, da der raue Winter besiegt wurde. Die Autorin nutzt diese Natursymbolik, um die Schönheit und Erneuerung des Lebens zu verdeutlichen und Doris zu ermutigen, sich dieser positiven Energie anzuschließen. Die letzte Strophe richtet sich direkt an Doris und ermutigt sie, sich bei den Küssen ihres Liebhabers Thyrsis zu vergnügen. Sie soll ihm oft sein größtes Glück wissen lassen, das er nur in ihren Armen genießen kann. Die Autorin betont, dass die Liebe durch solche Zärtlichkeiten und das gegenseitige Glück versüßt wird. Insgesamt ist das Gedicht eine Aufforderung, die Freuden des Lebens und der Liebe zu genießen und die Vergänglichkeit der Zeit zu akzeptieren.

Schlüsselwörter

eile lust oft doris gespielen stille fühlen frühlings

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Wortwolke zu Aufmunterung zum Vergnügen

Stilmittel

Alliteration
Wiesen, die wie ganz erstorben schienen
Anapher
Eile doch mit den Gespielen! Eile doch! die stille Lust zu fühlen
Bildsprache
Wiesen, die wie ganz erstorben schienen, Fangen itzt von neuem an zu grünen
Hyperbel
Laß ihm oft sein größtes Glücke wissen
Kontrast
Wenn er kömmt, fängt alles an zu leben; Wenn er flieht, entfliehen alle Freuden
Metapher
Weil der rauhe Winter ist besieget
Personifikation
Zephyr oft dir schmeichelnd zugeführet
Symbolik
den Frühlings Wiederkunft