Auff Simonem

Friedrich Freiherr von Logau

1648

Simon wüntschet, daß sein Weib Eine Moschkowitin wäre; Wann er ihr gleich bleut den Leib, Daß sie sich doch nicht beschwere. Aber weil sie deutsch gesinnet, Schaut sie, wie sie sich erwehrt, Wie sie Oberhand gewinnet Und die Stube mit ihm kehrt.

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Interpretation

Das Gedicht "Auff Simonem" von Friedrich Freiherr von Logau thematisiert die Beziehungsdynamik zwischen Simon und seiner Frau. Es zeigt Simons Wunsch nach einer unterwürfigeren Partnerin, die sich nicht gegen seine Gewalt wehrt. Die Zeilen deuten auf eine gewalttätige Beziehung hin, in der Simon seiner Frau körperliche Züchtigung angedroht oder sogar ausgeübt hat. Die Interpretation des Gedichts legt nahe, dass Simons Frau trotz der Gewaltanwendung standhaft bleibt und sich nicht unterkriegen lässt. Sie behält ihre deutsche Identität und ihren Willen bei, was als Widerstand gegen die unterdrückerische Ehe dargestellt wird. Die letzte Strophe zeigt, wie die Frau die Oberhand gewinnt und die häusliche Arbeit übernimmt, was als ironische Umkehrung der erwarteten Geschlechterrollen interpretiert werden kann. Insgesamt kritisiert das Gedicht die patriarchalen Strukturen und die Gewalt in Ehen des 17. Jahrhunderts. Es zeigt die Stärke und den Widerstand der Frau gegen die Unterdrückung durch ihren Ehemann. Die ironische Wendung am Ende verdeutlicht, dass die Frau trotz aller Widrigkeiten die Kontrolle über ihr Leben und ihre Ehe behält.

Schlüsselwörter

simon wüntschet weib moschkowitin wäre wann gleich bleut

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Stilmittel

Alliteration
Wann er ihr gleich bleut den Leib
Bildsprache
Und die Stube mit ihm kehrt
Metapher
Daß sie sich doch nicht beschwere
Personifikation
Schaut sie, wie sie sich erwehrt
Reimschema
AABB CCDD