Auff ihren mund

Benjamin Neukirch

1727

Ihr rosen Indiens/ weicht meiner liebsten munde/ Ihr balsam-blumen rühmt mir euren honig nicht/ Eur glantz und eur geschmack vergeht in einer stunde/ Ihr mund wird aber stets von neuem angericht. Ie mehr ich rosen schau/ ie schönre seh ich blühen; Ie mehr ich ihn geküst/ ie süsser schmeckt der safft/ Sein purpur kan mein blut zwar aus den adern ziehen; Ich aber geb ihm nur durch meine geister krafft: Ach daß er Sylvia doch eher nicht verdürbe/ Als biß ich küssens satt auff seinen lippen stürbe!

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Illustration zu Auff ihren mund

Interpretation

Das Gedicht "Auff ihren mund" von Benjamin Neukirch ist ein Lobgedicht auf die Lippen der Geliebten. Der Sprecher vergleicht die Lippen seiner Liebsten mit Rosen und Balsamblumen, die in ihrer Schönheit und ihrem Duft unübertroffen sind. Die Lippen der Geliebten werden als stets frisch und bereit beschrieben, im Gegensatz zu den vergänglichen Blumen. Im zweiten Teil des Gedichts betont der Sprecher die unwiderstehliche Anziehungskraft der Lippen der Geliebten. Je mehr er sie betrachtet und küsst, desto schöner und süßer erscheinen sie ihm. Die Lippen werden als so verlockend beschrieben, dass sie den Sprecher in ihren Bann ziehen und ihm Energie verleihen. Im letzten Teil des Gedichts drückt der Sprecher seinen Wunsch aus, dass die Lippen seiner Geliebten ihn nicht vorzeitig töten mögen, sondern dass er erst nach vielen Küssen daran sterben möge. Dies unterstreicht die Intensität der Leidenschaft und die tiefe Zuneigung des Sprechers zu seiner Geliebten. Das Gedicht endet mit einem dramatischen Wunsch, der die Intensität der Liebe und die Sehnsucht nach dem Geliebten zum Ausdruck bringt.

Schlüsselwörter

rosen eur mehr indiens weicht liebsten munde balsam

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Stilmittel

Hyperbel
Ach daß er Sylvia doch eher nicht verdürbe/ Als biß ich küssens satt auff seinen lippen stürbe!
Kontrast
Eur glantz und eur geschmack vergeht in einer stunde/ Ihr mund wird aber stets von neuem angericht.
Metapher
Ihr rosen Indiens/ weicht meiner liebsten munde/
Personifikation
Sein purpur kan mein blut zwar aus den adern ziehen
Vergleich
Ie mehr ich rosen schau/ ie schönre seh ich blühen; Ie mehr ich ihn geküst/ ie süsser schmeckt der safft