Auff ihre hände
1727So offt ich euch beschau/ ihr angenehmen hände/ So offtmahls fühl ich auch im hertzen neue brände/ Und saug/ ich weiß nicht was für süsse funcken ein. Wie geht es aber zu? Ihr seyd von elffen-beine/ Die finger gleichen schnee und reinem marmel-steine/ Daß euer schnee zugleich kan glut und flammen speyn. Jedoch was frag ich erst? Ich hab es ja empfunden/ Das feuer brennet noch in meinen tieffen wunden; Wiewohl ich klag allhier euch meine wunden nicht. Ihr habet recht gethan/ ich will es also haben/ Eur schnee/ der mich entzündt/ kan mich auch wieder laben/ Und giebt mir, sterb ich schon/ auch noch im tode licht. Durch euch allein kan ich die gantze welt besiegen; Dann kan sich manche gleich an ihrer brust vergnügen/ Hat Doris ihr gesicht mit kreid und kalck gebleicht/ Und Phillis einen mund/ den Venus selbst gepriesen/ So bin und bleib ich doch im hertzen überwiesen/ Daß keine Sylvien an ihren händen gleicht.
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Interpretation
Das Gedicht "Auff ihre hände" von Benjamin Neukirch ist ein Loblied auf die Hände einer geliebten Frau. Der Sprecher beschreibt, wie er beim Anblick dieser Hände neue Leidenschaft in seinem Herzen empfindet und von ihnen angezogen wird wie von einem süßen Feuer. Die Hände werden als schneeweiß und rein wie Marmor beschrieben, was die Schönheit und Unschuld der Frau unterstreicht. Der Sprecher gesteht, dass er bereits von diesen Händen verletzt wurde, aber er akzeptiert dies, da der Schnee, der ihn entzündet hat, ihn auch wieder heilen kann. Die Hände der Frau haben eine magische Wirkung auf den Sprecher, der sich von ihnen beherrschen lässt und die Welt durch sie erobern kann. Er vergleicht die Frau mit anderen Schönheiten wie Doris und Phillis, aber kommt zu dem Schluss, dass keine von ihnen mit den Händen seiner Geliebten mithalten kann. Das Gedicht endet mit der Feststellung, dass die Hände der Frau einzigartig und unvergleichlich sind. Der Sprecher ist von ihnen so fasziniert, dass er bereit ist, alles für sie aufzugeben und sich von ihnen leiten zu lassen. Die Hände symbolisieren die Macht der Liebe und die Fähigkeit, den Geliebten zu beherrschen und zu verändern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- So offt ich euch beschau/ ihr angenehmen hände/ So offtmahls fühl ich auch im hertzen neue brände
- Hyperbel
- Durch euch allein kan ich die gantze welt besiegen
- Kontrast
- Eur schnee/ der mich entzündt/ kan mich auch wieder laben
- Metapher
- Ihr seyd von elffen-beine
- Personifikation
- Daß euer schnee zugleich kan glut und flammen speyn
- Vergleich
- Die finger gleichen schnee und reinem marmel-steine