Auff die Geburt des Printzen von Wallis
1697Ist das nicht wunderlich! Printz Monmouth muste sterben/ Nun soll ein müller-kind den thron von England erben. Wie stimmet doch der tausch mit den gesetzen ein? Doch Pater Peter ist hier klug genug gewesen. Er wolte/ daß das reich gestohlen solte seyn: Drum hat er einen dieb zum Printzen auserlesen.
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Interpretation
Das Gedicht "Auff die Geburt des Printzen von Wallis" von Benjamin Neukirch beschäftigt sich mit der Geburt des Prinzen von Wallis und den damit verbundenen politischen Umwälzungen. Der Dichter verwendet einen ironischen und kritischen Ton, um die Situation zu kommentieren. Er beginnt mit einer Anmerkung zur Seltsamkeit der Ereignisse, indem er den Tod des Prinzen Monmouth mit der Geburt eines Müllerkinds kontrastiert, das den Thron von England erben soll. Dies deutet auf eine unerwartete und möglicherweise ungerechtfertigte Machtübertragung hin. In den folgenden Zeilen hinterfragt Neukirch die Übereinstimmung dieses Tausches mit den Gesetzen, was auf einen möglichen Bruch mit der etablierten Ordnung hindeutet. Pater Peter wird als eine schlaue Figur dargestellt, die den Diebstahl des Reiches plant. Der Dichter impliziert, dass Pater Peter einen Dieb zum Prinzen auserwählt hat, was auf eine manipulative und unrechtmäßige Machtergreifung hindeutet. Diese Interpretation unterstreicht die Skepsis des Dichters gegenüber den politischen Machenschaften und die mögliche Ungerechtigkeit in der Thronfolge. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine kritische Sicht auf die politischen Ereignisse und die Rolle der Kirche in diesen Prozessen. Neukirch nutzt die Ironie, um die Absurdität und die möglichen moralischen Verwerfungen der Situation hervorzuheben. Das Gedicht dient somit als Kommentar zur politischen Instabilität und den fragwürdigen Praktiken in der Thronfolge, wobei der Dichter die Leser dazu auffordert, die Legitimität und die ethischen Implikationen solcher Machtwechsel zu hinterfragen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Ist das nicht wunderlich! Printz Monmouth muste sterben/ Nun soll ein müller-kind den thron von England erben.
- Metapher
- Drum hat er einen dieb zum Printzen auserlesen.
- Personifikation
- Pater Peter ist hier klug genug gewesen.
- Rhetorische Frage
- Wie stimmt doch der tausch mit den gesetzen ein?
- Übertreibung
- Er wolte/ daß das reich gestohlen solte seyn.