Auff die befreyung Engellands

Benjamin Neukirch

1695

Ein rechter könig flieht/ eh man ihn noch verjagt/ Sein eidam hilfft ihm fort/ den er doch stets geplagt/ Armee und Flotte fällt/ bevor sie wird geschlagen; Der nie das reich gesucht/ dem wird es angetragen. Und dennoch fehlet es die rechten erben nicht. Die kirche steht erlöst/ die freiheit auffgericht: Und was man in Paris durch so viel hundert wochen Mit klugheit überlegt/ ist nun wie glaß zerbrochen. Mein leser dencke nicht/ aus furcht der prahlerey/ Daß diese that ein werck von hundert jahren sey: Diß alles was man hier dich läst beysammen sehen/ Ist eine zeit/ ein jahr/ und einen tag geschehen.

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Illustration zu Auff die befreyung Engellands

Interpretation

Das Gedicht "Auff die befreyung Engellands" von Benjamin Neukirch beschreibt die Befreiung Englands von der Herrschaft des katholischen Königs Jakob II. und die damit verbundene Wiederherstellung der protestantischen Kirche und der Freiheit. Der Dichter schildert, wie der König flieht, bevor er gestürzt wird, und wie sein Eidam, der ihm stets geschadet hat, ihm zur Flucht verhilft. Die Armee und Flotte des Königs unterliegen, bevor sie überhaupt geschlagen werden können, und derjenige, der nie das Reich gesucht hat, nämlich Wilhelm von Oranien, wird zum König angeboten. Trotzdem fehlt es nicht an rechtmäßigen Erben, was auf die Thronfolgeregelung hinweist. Die Befreiung Englands wird als ein Wunder und als ein Werk Gottes dargestellt. Die protestantische Kirche wird erlöst, und die Freiheit wird wiederhergestellt. Der Dichter vergleicht die Pläne der Katholiken in Paris, die über hundert Wochen mit Klugheit überlegt wurden, mit Glas, das zerbrochen ist. Dies symbolisiert den Zusammenbruch ihrer Pläne und die Unverwundbarkeit der protestantischen Sache. Das Gedicht endet mit einer Aufforderung an den Leser, nicht aus Furcht vor Prahlerei zu denken, dass diese Tat ein Werk von hundert Jahren sei. Der Dichter betont, dass alles, was der Leser hier zusammen sehen soll, in einer Zeit, einem Jahr und einem Tag geschehen ist. Dies unterstreicht die Schnelligkeit und die göttliche Vorsehung, die hinter der Befreiung Englands stehen.

Schlüsselwörter

hundert rechter könig flieht verjagt eidam hilfft fort

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Mit klugheit überlegt/ ist nun wie glaß zerbrochen
Hyperbel
Ist eine zeit/ ein jahr/ und einen tag geschehen
Ironie
Der nie das reich gesucht/ dem wird es angetragen
Metapher
Ein rechter könig flieht/ eh man ihn noch verjagt
Personifikation
Die kirche steht erlöst/ die freiheit auffgericht