Auff den mund

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

1679

Mund! der die seelen kan durch lust zusammen hetzen/ Mund! der viel süsser ist als starcker himmels-wein/ Mund! der du alikant des lebens schenckest ein/ Mund! den ich vorziehn muß der Inden reichen schätzen/ Mund! dessen balsam uns kan stärcken und verletzen/ Mund! der vergnügter blüht/ als aller rosen schein. Mund! welchem kein rubin kan gleich und ähnlich seyn. Mund! den die Gratien mit ihren qvellen netzen; Mund! Ach corallen-mund/ mein eintziges ergetzen! Mund! laß mich einen kuß auff deinen purpur setzen.

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Interpretation

Das Gedicht "Auff den mund" von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau ist ein Loblied auf den Mund der Geliebten. Der Dichter preist den Mund als Quelle der Lust und des Lebens, vergleicht ihn mit Wein und Balsam und stellt ihn als etwas Unvergleichliches und Göttliches dar. Der Mund wird als Ort der Vereinigung der Seelen und als Symbol der Schönheit und des Vergnügens dargestellt. Der Dichter verwendet eine Reihe von Anrufungen und Ausrufen, um die Bedeutung des Mundes zu betonen. Er vergleicht den Mund mit Rubin und Koralle, um seine Schönheit und seinen Wert zu unterstreichen. Die Gratien, die griechischen Göttinnen der Anmut und Schönheit, werden erwähnt, um die göttliche Natur des Mundes zu betonen. Im letzten Vers bittet der Dichter darum, einen Kuss auf den "purpur" Mund setzen zu dürfen. Dies zeigt die Intimität und das Verlangen, die der Dichter für die Geliebte empfindet. Das Gedicht ist ein leidenschaftliches und bewunderndes Loblied auf die Schönheit und den Reiz des Mundes der Geliebten.

Schlüsselwörter

mund kan seelen lust zusammen hetzen viel süsser

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Stilmittel

Anapher
Mund! der die seelen kan durch lust zusammen hetzen/ Mund! der viel süsser ist als starcker himmels-wein/ Mund! der du alikant des lebens schenckest ein/ Mund! den ich vorziehn muß der Inden reichen schätzen/ Mund! dessen balsam uns kan stärcken und verletzen/ Mund! der vergnügter blüht/ als aller rosen schein. Mund! welchem kein rubin kan gleich und ähnlich seyn. Mund! den die Gratien mit ihren qvellen netzen; Mund! Ach corallen-mund/ mein eintziges ergetzen! Mund! laß mich einen kuß auff deinen purpur setzen.
Anspielung
Mund! den die Gratien mit ihren qvellen netzen
Hyperbel
Mund! welchem kein rubin kan gleich und ähnlich seyn
Metapher
laß mich einen kuß auff deinen purpur setzen
Personifikation
Mund! dessen balsam uns kan stärcken und verletzen
Vergleich
Mund! der vergnügter blüht/ als aller rosen schein