Auff das verbindniß...

Benjamin Neukirch

1684

Die welt verwundert sich/ warum der Saracen An Franckreich bündniß sucht/ und Franckreich es beliebet: Noch mehr/ daß Ludewig ihm selber lehren giebet/ Wie er den Christen recht soll in die flancken gehn. Verwundert euch nur nicht/ und lebet ohne sorgen; Ihr wißt/ daß Ludewig will eine sonne seyn/ Die Türcken sind der mond; drum trifft es billig ein: Ein monde muß sein licht ja von der sonne borgen.

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Interpretation

Das Gedicht "Auff das verbindniß..." von Benjamin Neukirch beschäftigt sich mit dem ungewöhnlichen Bündnis zwischen dem Sarazenenführer und Frankreich, wobei es die Motive und Konsequenzen dieses Zusammenschlusses reflektiert. Der Autor stellt die Verwunderung der Welt über diese Allianz dar und deutet an, dass die Verbindung nicht nur politisch, sondern auch symbolisch aufgeladen ist. Im ersten Teil des Gedichts wird die Verwunderung über das Bündnis zwischen dem Saracen und Frankreich thematisiert. Neukirch weist darauf hin, dass Ludwig selbst dem Saracen lehrt, wie er die Christen angreifen soll, was die Ironie und den Verrat innerhalb der christlichen Welt unterstreicht. Die Welt mag sich wundern, doch der Autor ermutigt dazu, ohne Sorgen zu leben, da es eine tiefere Bedeutung hinter dieser Allianz gibt. Im zweiten Teil erklärt Neukirch die Symbolik hinter dem Bündnis: Ludwig will wie die Sonne sein, während die Türken den Mond darstellen. Diese Analogie verdeutlicht, dass der Mond sein Licht von der Sonne borgen muss, was bedeutet, dass die Türken von Frankreich abhängig sind. Das Gedicht endet mit der Feststellung, dass diese Abhängigkeit natürlich und folgerichtig ist, und dass die Welt sich nicht wundern sollte über die scheinbare Anomalie des Bündnisses.

Schlüsselwörter

verwundert franckreich ludewig sonne welt warum saracen bündniß

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Stilmittel

Alliteration
sich/ warum der Saracen
Hyperbel
Ihr wißt/ daß Ludewig will eine sonne seyn
Metapher
Die Türcken sind der mond; drum trifft es billig ein: Ein monde muß sein licht ja von der sonne borgen.
Personifikation
Die welt verwundert sich/ warum der Saracen