Auferstehung
1906Der Graf vernimmt die Töne, er sieht einen lichten Riß; er weckt seine dreizehn Söhne im Erb-Begräbnis.
Er grüßt seine beiden Frauen ehrerbietig von weit -; und alle voll Vertrauen, stehn auf zur Ewigkeit
und warten nur noch auf Erich und Ulriken Dorotheen, die sieben- und dreizehnjährig, (sechzehnhundertzehn) verstorben sind in Flandern, um heute vor den andern unbeirrt herzugehn.
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Interpretation
Das Gedicht "Auferstehung" von Rainer Maria Rilke beschreibt eine mystische Szene der Wiederauferstehung eines Grafen und seiner Familie. Der Graf erwacht aus seinem Grab und ruft seine dreizehn Söhne, die ebenfalls aus ihrem ewigen Schlaf erwachen. Die beiden Frauen des Grafen werden ebenfalls begrüßt, und alle Familienmitglieder stehen auf, um in die Ewigkeit zu treten. Die Atmosphäre des Gedichts ist von einer gewissen Ehrfurcht und Vertrauen geprägt. Die Familie wartet geduldig auf die beiden jüngsten Mitglieder, Erich und Ulrike Dorothee, die im Alter von sieben und dreizehn Jahren in Flandern verstorben sind. Diese beiden Kinder werden als diejenigen dargestellt, die den Weg in die Ewigkeit vor den anderen gehen werden, was auf ihre Unschuld und Reinheit hinweist. Das Gedicht spielt mit dem Konzept der Zeit und des Todes. Die genaue Jahreszahl "sechzehnhundertzehn" verankert die Geschichte in einer bestimmten Epoche, während die Auferstehung selbst zeitlos und ewig erscheint. Rilke schafft eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, indem er die Toten wieder zum Leben erweckt und ihnen die Möglichkeit gibt, in die Ewigkeit einzutreten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ulriken Dorotheen
- Anapher
- und alle voll Vertrauen, stehn auf zur Ewigkeit
- Hyperbel
- stehn auf zur Ewigkeit
- Metapher
- der lichte Riß
- Personifikation
- Der Graf vernimmt die Töne
- Symbolik
- die sieben- und dreizehnjährig