Aufblick
1863Über unsre Liebe hängt eine tiefe Trauerweide. Nacht und Schatten um uns beide. Unsre Stirnen sind gesenkt.
Wortlos sitzen wir im Dunkeln. Einstmals rauschte hier ein Strom, einstmals sahn wir Sterne funkeln.
Ist denn Alles tot und trübe? Horch -: ein ferner Mund -: vom Dom -
Glockenchöre … Nacht … Und Liebe …
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Interpretation
Das Gedicht "Aufblick" von Richard Dehmel beschreibt eine Szene der Trauer und Verzweiflung zwischen zwei Liebenden. Die Metapher der Trauerweide, die über ihrer Liebe hängt, symbolisiert die tiefe Traurigkeit, die ihre Beziehung umgibt. Die Nacht und die Schatten verstärken die düstere Atmosphäre, während die gesenkten Stirnen der Liebenden ihre Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit verdeutlichen. Die Wortlosigkeit und das Sitzen im Dunkeln unterstreichen die emotionale Distanz und die Unfähigkeit, miteinander zu kommunizieren. Die Erinnerung an den einstmals rauschenden Strom und die funkelnden Sterne kontrastiert stark mit der aktuellen Situation, in der alles tot und trübe erscheint. Diese Gegenüberstellung betont den Verlust der früheren Freude und Vitalität in ihrer Beziehung. Doch am Ende des Gedichts ertönt ein Hoffnungsschimmer: der ferne Klang von Glockenchören vom Dom. Dieses Klangbild durchbricht die Dunkelheit und symbolisiert möglicherweise eine Erneuerung oder eine spirituelle Erhebung. Die Erwähnung von Nacht und Liebe am Ende könnte darauf hindeuten, dass trotz der Dunkelheit und Trauer die Liebe zwischen den beiden Liebenden noch immer besteht und möglicherweise eine Quelle der Hoffnung und des Trostes ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Nacht und Schatten um uns beide. Unsre Stirnen sind gesenkt.
- Bildlichkeit
- Einstmals sahn wir Sterne funkeln
- Kontrast
- Ist denn Alles tot und trübe? Horch -: ein ferner Mund -: vom Dom - Glockenchöre
- Metapher
- Über unsre Liebe hängt unsere tiefe Trauerweide.
- Personifikation
- Einstmals rauschte hier ein Strom
- Symbolik
- Dom - Glockenchöre