Auf!

Ada Christen

1868

Komödianten ziehen vorüber, Wüst verwitterte Gestalten Mit verblichenen Gewändern, Lügnerisch verschminkten Falten.

Dieses übertünchte Elend Diese rohe Prahlerei Ist doch einmal etwas Neues In dem eklen Einerlei.

Nehmt mich mit! Ich will das spielen, Was mich Welt und Liebe lehrte, Und ihr sollt euch wundern, Leute, Wie mein Elend ich verwerthe!

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Illustration zu Auf!

Interpretation

Das Gedicht "Auf!" von Ada Christen beschreibt eine Gruppe von Komödianten, die vorüberziehen. Diese Gestalten sind abgetragen und tragen verblasste Gewänder, ihre Gesichter sind durch das Schminke verfälscht. Es scheint, als ob sie eine Art Fassade aufrechterhalten, die ihre wahre Beschaffenheit verbirgt. Die zweite Strophe deutet darauf hin, dass dieses Schauspiel, obwohl es auf den ersten Blick elend und prahlerisch wirkt, etwas Neues und Abwechslungsreiches in den alltäglichen Trott bringt. Die Komödianten bieten eine Abwechslung zum eintönigen Leben und wecken die Neugier der Zuschauer. In der letzten Strophe äußert der Sprecher den Wunsch, sich den Komödianten anzuschließen. Er möchte die Erfahrungen, die er in der Welt und in der Liebe gemacht hat, in seinem Spiel zum Ausdruck bringen. Der Sprecher verspricht, dass er sein eigenes Elend in etwas Wertvolles verwandeln wird, was die Zuschauer erstaunen wird.

Schlüsselwörter

elend komödianten ziehen vorüber wüst verwitterte gestalten verblichenen

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Wüst verwitterte Gestalten
Hyperbel
Diese rohe Prahlerei
Kontrast
Dieses übertünchte Elend / Diese rohe Prahlerei
Metapher
Komödianten ziehen vorüber, Wüst verwitterte Gestalten
Personifikation
Ich will das spielen, Was mich Welt und Liebe lehrte
Wiederholung
Ich will das spielen / Und ihr sollt euch wundern