Auf meinem Schatten kühl ich saß

Max Dauthendey

1918

Auf meinem Schatten kühl ich saß Und legte mein Gebein ins Gras, Mein Auge stieg zum Grün und Blauen Und tat aus Wolken Häuser bauen. Und Menschen setzte ich hinein, Schrieb Schicksale in Hände ein, Und ließ die Menschen lachen, küssen, Bis sie aus Wolken fallen müssen.

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Interpretation

Das Gedicht "Auf meinem Schatten kühl ich saß" von Max Dauthendey handelt von der Macht der Fantasie und der Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher sitzt im Schatten und lässt seiner Fantasie freien Lauf, indem er aus Wolken Häuser baut und Menschen hineinsetzt. Er schreibt ihnen Schicksale in die Hände und lässt sie lachen und küssen. Doch am Ende müssen auch diese Wolkenmenschen wieder fallen, was die Vergänglichkeit des Lebens symbolisiert. Das Gedicht verdeutlicht, dass wir zwar durch unsere Vorstellungskraft Welten erschaffen können, diese aber letztlich vergänglich sind. Das Leben ist flüchtig und endet unweigerlich. Die Wolkenmenschen stehen stellvertretend für uns alle, die wir eines Tages sterben müssen. Durch die Beschreibung der Wolken als Häuser und der Wolkenmenschen als reale Personen verwischt Dauthendey die Grenzen zwischen Fantasie und Realität. Das Gedicht lädt dazu ein, die eigene Kreativität zu nutzen, um dem Leben einen Sinn zu geben, auch wenn es vergänglich ist.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Auf meinem Schatten kühl ich saß

Stilmittel

Bildsprache
Und ließ die Menschen lachen, küssen
Metapher
Bis sie aus Wolken fallen müssen
Personifikation
Mein Auge stieg zum Grün und Blauen