Auf Lucinden
1729Sie hat viel Welt, die muntere Lucinde. Durch nichts wird sie mehr rot gemacht. Zweideutigkeit und Schmutz und Schand′ und Sünde, Sprecht was ihr wollt: sie winkt euch zu, und lacht. Erröte wenigstens, Lucinde, Daß nichts dich mehr erröten macht!
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Interpretation
Das Gedicht "Auf Lucinden" von Gotthold Ephraim Lessing kritisiert die Figur der Lucinde, die als munter und weltgewandt beschrieben wird. Sie ist so sehr an die Gesellschaft gewöhnt, dass sie auf nichts mehr errötet, nicht einmal auf zweideutige, schmutzige oder sündige Dinge. Ihre Reaktion auf solche Dinge ist ein Winken und Lachen, was darauf hindeutet, dass sie diese Dinge als normal oder sogar amüsant empfindet. Lessing scheint Lucinde als eine Person darzustellen, die ihre moralischen Grenzen verloren hat und die Schattenseiten der Gesellschaft akzeptiert und sogar genießt. Die zweite Strophe des Gedichts ist eine direkte Ansprache an Lucinde, in der Lessing sie auffordert, wenigstens einmal zu erröten, da nichts sie mehr erröten lässt. Dies könnte als Ausdruck der Enttäuschung und des Bedauerns interpretiert werden, dass Lucinde so weit von der moralischen Norm entfernt ist. Es könnte auch als eine Art Warnung oder Mahnung verstanden werden, dass sie ihre moralischen Werte überdenken sollte. Insgesamt scheint das Gedicht eine Kritik an der moralischen Verderbtheit der Gesellschaft zu sein, verkörpert durch die Figur der Lucinde. Lessing verwendet die Figur der Lucinde, um die Leser zum Nachdenken über die moralischen Werte und Normen der Gesellschaft anzuregen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Direkte Ansprache
- Erröte wenigstens, Lucinde
- Metapher
- Sie hat viel Welt, die muntere Lucinde.
- Wiederholung
- Erröte wenigstens, Lucinde, Daß nichts dich mehr erröten macht!