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Auf ihre Hand

Von

Du treue Hand, die ohne Beben
Einst meiner Hand so fest vertraut,
Hast mit mir ein zerfall′nes Leben
Zu neuer Schönheit aufgebaut.

Du weiche Hand, in trüben Tagen
Hast du so freundlich mich gepflegt,
Liebreich gesorgt für mein Behagen
Und mir den Pfühl zurecht gelegt.

Du kluge Hand, die Melodien,
Die mir die blüh′nde Lippe singt,
Begleitest du mit Harmonien,
Daß voll das Lied zum Herzen dringt.

Du fromme Hand, in heil′gen Stunden
Hast du die meine sanft gedrückt,
Wenn uns die heiligste der Kunden,
Das treue Gotteswort erquickt.

Du fleiß′ge Hand, die nur zum Dienen
Von früh bis Abend froh bereit,
In dir ist mir das Bild erschienen
Der echten deutschen Weiblichkeit.

D′rum schwärmt auch rastlos mein Gedanke,
Mein Lieb, um deine liebe Hand,
Ein Falter, den die Blütenranke
In ihren Zauberkreis gebannt.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Auf ihre Hand von Julius Sturm

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Auf ihre Hand“ von Julius Sturm ist eine liebevolle Hommage an die Hand einer Frau, die hier als Metapher für ihre gesamte Persönlichkeit und die vielfältigen Facetten ihrer Beziehung zum Dichter dient. Die Hand wird in fünf Strophen, jeweils mit unterschiedlichen Adjektiven beschrieben: treu, weich, klug, fromm und fleißig. Jede dieser Eigenschaften wird durch konkrete Beispiele aus der gemeinsamen Vergangenheit des Dichters und der Frau veranschaulicht.

Die erste Strophe beschreibt die treue Hand, die in schweren Zeiten Halt gab und beim Aufbau eines neuen Lebens half. Die zweite Strophe hebt die weiche Hand hervor, die in trüben Tagen für das Wohlbefinden des Dichters sorgte und ihm Trost spendete. In der dritten Strophe wird die kluge Hand gelobt, die die Melodien begleitet und so das Lied zum Herzen des Dichters trägt. Diese Zeilen deuten auf eine gemeinsame Leidenschaft für Musik oder Kunst hin, die die Beziehung bereichert.

Die vierte Strophe feiert die fromme Hand, die in heiligen Momenten Trost spendete und dem Dichter spirituelle Nähe schenkte. Hier wird eine tiefe Verbundenheit in Glauben und Wertvorstellungen angedeutet. Die letzte Strophe widmet sich der fleißigen Hand, die unermüdlich im Dienste des Dichters steht und das Ideal der „echten deutschen Weiblichkeit“ verkörpert. Diese Zeilen betonen die traditionellen Geschlechterrollen und die Wertschätzung des Dichters für die Hingabe und Fürsorge seiner Partnerin.

Das abschließende Bild des Falters, der von der Blütenranke, also der Hand, in ihren Zauberkreis gebannt wird, unterstreicht die unwiderstehliche Anziehungskraft, die von dieser Frau ausgeht, und die tiefe Liebe und Bewunderung des Dichters. Das Gedicht ist somit eine feierliche Liebeserklärung, die die vielfältigen Aspekte einer langjährigen, vertrauten und tief verbundenen Beziehung würdigt.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.