Auf ihre Hand
1816Du treue Hand, die ohne Beben Einst meiner Hand so fest vertraut, Hast mit mir ein zerfall′nes Leben Zu neuer Schönheit aufgebaut.
Du weiche Hand, in trüben Tagen Hast du so freundlich mich gepflegt, Liebreich gesorgt für mein Behagen Und mir den Pfühl zurecht gelegt.
Du kluge Hand, die Melodien, Die mir die blüh′nde Lippe singt, Begleitest du mit Harmonien, Daß voll das Lied zum Herzen dringt.
Du fromme Hand, in heil′gen Stunden Hast du die meine sanft gedrückt, Wenn uns die heiligste der Kunden, Das treue Gotteswort erquickt.
Du fleiß′ge Hand, die nur zum Dienen Von früh bis Abend froh bereit, In dir ist mir das Bild erschienen Der echten deutschen Weiblichkeit.
D′rum schwärmt auch rastlos mein Gedanke, Mein Lieb, um deine liebe Hand, Ein Falter, den die Blütenranke In ihren Zauberkreis gebannt.
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Interpretation
Das Gedicht "Auf ihre Hand" von Julius Karl Reinhold Sturm ist ein Loblied auf die Hand einer geliebten Frau. Der Sprecher preist die Hand als treu, weich, klug, fromm und fleißig und beschreibt, wie sie ihm in verschiedenen Lebenssituationen beigestanden und Trost gespendet hat. Die Hand wird als Symbol für die Hingabe und Fürsorglichkeit der Frau gesehen, die den Sprecher in trüben Tagen gepflegt, ihm Harmonie geschenkt und ihn in heiligen Stunden getröstet hat. Sie steht exemplarisch für die "echte deutsche Weiblichkeit". Die Hand der Frau wird als verlässlicher Begleiter und Stütze im Leben des Sprechers dargestellt. Sie hat mit ihm gemeinsam ein "zerfall'nes Leben" zu neuer Schönheit aufgebaut und ihm in schweren Zeiten beigestanden. Die Hand ist auch musikalisch begabt und begleitet die vom Sprecher gesungenen Melodien mit Harmonien, sodass die Lieder tief ins Herz dringen können. In religiösen Augenblicken hat die Hand des Sprerechers sanft gedrückt und ihm so Trost und Nähe geschenkt. Das Gedicht endet mit einer Metapher, die die Anziehungskraft und den Zauber der Hand der Frau verdeutlicht. Der Gedanke des Sprechers umschwärmt wie ein Falter die "Blütenranke" ihrer Hand, den er derart bezaubert, dass er nicht mehr von ihr lassen kann. Die Hand der Frau wird hier als etwas Schönes und Verlockendes dargestellt, dem sich der Sprecher voll Hingabe und Leidenschaft hingibt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Mein Lieb, um deine liebe Hand, Ein Falter, den die Blütenranke In ihren Zauberkreis gebannt
- Parallelismus
- Du weiche Hand, in trüben Tagen Hast du so freundlich mich gepflegt, Liebreich gesorgt für mein Behagen Und mir den Pfühl zurecht gelegt
- Personifikation
- Du treue Hand
- Symbolik
- Der echten deutschen Weiblichkeit