Auf Helgoland

Hermann Rollett

1825

Da bin ich nun am roten Fels Im weiten, grünen Meer, Nichts als der Wolken wilde Jagd, Und Brandung ringsumher.

Die Möve schritt, die Seegel wehn, Der Lotse späht vom Strand Mit seinem blauen Frisenblick, Als säh er fernes Land.

Ich frug den Mann: was blickst du denn So bang nach jenem Ort, Als sahst du, wie Verderben droht Dem Seegler “Freiheit” dort.

Da zuckt ein Blick. Am Horizont Flammt auf ein sinkend Schiff. - Der kühne Seegler liegt zerschellt An starrem Felsenriff.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Auf Helgoland

Interpretation

Das Gedicht "Auf Helgoland" von Hermann Rollett schildert die düstere und bedrohliche Atmosphäre auf der Insel Helgoland. Der Erzähler beschreibt die wilde Jagd der Wolken und die Brandung, die die Insel umgibt. Die Möwe schreitet und die Segel wehen, während der Lotse vom Strand aus mit seinem blauen, weitsichtigen Blick in die Ferne schaut. Der Erzähler fragt den Lotse, warum er so ängstlich auf einen bestimmten Ort blickt, als ob er drohendes Unheil für den Segler "Freiheit" dort sähe. In diesem Moment zuckt der Blick des Lotse, und am Horizont erscheint ein sinkendes Schiff. Der kühne Segler ist an einem starren Felsenriff zerschellt. Das Gedicht thematisiert die Gefahr und Vergänglichkeit des Lebens auf See. Die "Freiheit" des Seeglers endet tragisch, als sein Schiff an den Felsen zerschellt. Die weite, grüne See, die zunächst friedlich und einladend wirkt, entpuppt sich als gefährlicher Ort voller unvorhersehbarer Bedrohungen. Die Rolle des Lotsen als Beobachter und Warner wird betont, da er das herannahende Unheil als erster erkennt.

Schlüsselwörter

seegler roten fels weiten grünen meer wolken wilde

Wortwolke

Wortwolke zu Auf Helgoland

Stilmittel

Alliteration
Der kühne Seegler liegt zerschellt
Bildsprache
Brandung ringsumher
Metapher
am roten Fels
Personifikation
Wolken wilde Jagd
Rhetorische Frage
was blickst du denn So bang nach jenem Ort
Vergleich
Als säh er fernes Land