Auf Goldgrund

Conrad Ferdinand Meyer

1825

Ins Museum bin zu später Stunde heut ich noch gegangen, Wo die Heilgen, wo die Beter Auf den goldnen Gründen prangen.

Dann durchs Feld bin ich geschritten Heisser Abendglut entgegen, Sah, die heut das Korn geschnitten, Garben auf die Wagen legen.

Um die Lasten in den Armen, Um den Schnitter und die Garbe Floss der Abendglut, der warmen, Wunderbare Goldesfarbe.

Auch des Tages letzte Bürde, Auch der Fleiss der Feierstunde War umflammt von heilger Würde Stand auf schimmernd goldnem Grunde.

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Illustration zu Auf Goldgrund

Interpretation

Das Gedicht "Auf Goldgrund" von Conrad Ferdinand Meyer beschreibt die Reise des lyrischen Ichs durch verschiedene Räume und Zeiten, die alle von einer goldenen Aura durchdrungen sind. Es beginnt im Museum, wo heilige Figuren und Betende auf goldenen Hintergründen prangen. Diese goldene Farbe symbolisiert hier die spirituelle und künstlerische Erhabenheit. Im zweiten Teil verlässt das lyrische Ich das Museum und begibt sich ins Feld, wo es den Schnittern bei der Ernte zuschaut. Auch hier wird die Abendglut als "wunderbare Goldesfarbe" beschrieben, die die Garben und die Schnitter umfließt. Die goldene Farbe symbolisiert hier die Schönheit und den Reichtum der Natur sowie die harte Arbeit der Menschen. Im letzten Teil wird die goldene Farbe als "heilige Würde" bezeichnet, die den Tag und die Feierstunde umflammt. Das Gedicht endet mit dem Bild von schimmerndem goldenem Grund, auf dem alles steht. Die goldene Farbe symbolisiert hier die Vollendung und die Erhabenheit des Lebens.

Schlüsselwörter

heut abendglut museum später stunde gegangen heilgen beter

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
garben auf die Wagen legen
Bildlichkeit
Um die Lasten in den Armen, / Um den Schnitter und die Garbe
Hyperbel
Wunderbare Goldesfarbe
Metapher
Wo die Heilgen, wo die Beter / Auf den goldnen Gründen prangen
Personifikation
Floss der Abendglut, der warmen
Symbolik
Goldnes Grunde