Auf einen Papefiguier
1708Der blasse Chaerilus wird oft, aus Eifer, roth, Wann ich das erste Paar im Milton reizend finde. Er bleibe, was er ist: so dürr als Miltons Tod. Und bosheitvoll, wie Miltons Sünde!
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Interpretation
Das Gedicht "Auf einen Papefiguier" von Friedrich von Hagedorn ist eine satirische Anspielung auf den Dichter Chaerilus, der als blass und eifrig beschrieben wird. Der Name Chaerilus ist eine Anspielung auf einen antiken griechischen Dichter, der für seine Dichtkunst bekannt war, aber hier ironisch verwendet wird, um einen modernen Dichter zu kritisieren. Die Erwähnung von Milton bezieht sich auf den englischen Dichter John Milton, dessen Werk als Maßstab für poetische Exzellenz dient. Die Farbe Rot, die Chaerilus aus Eifer annimmt, deutet auf eine übertriebene Begeisterung hin, die als unangebracht empfunden wird. Die zweite Strophe setzt die Kritik fort, indem sie Chaerilus als dürr und todesähnlich beschreibt, was seine künstlerische Leere und seinen Mangel an Vitalität symbolisiert. Die Vergleichung mit Miltons Tod unterstreicht die Idee, dass Chaerilus in seiner Dichtkunst leblos und uninspiriert ist. Die Bosheit, die Chaerilus zugeschrieben wird, wird mit Miltons Sünde in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass seine Werke von einem negativen oder sündhaften Geist durchdrungen sind. Insgesamt kritisiert das Gedicht die Dichtkunst von Chaerilus als unoriginell und von einem ungesunden Eifer getrieben. Hagedorn verwendet dabei geschickt die Anspielungen auf Milton und die antiken Dichter, um die Mängel in Chaerilus' Werk hervorzuheben. Die ironische und sarkastische Sprache unterstreicht die Verachtung des Autors für Chaerilus' Dichtkunst und seine künstlerische Haltung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Wann ich das erste Paar im Milton reizend finde
- Metapher
- Der blasse Chaerilus wird oft, aus Eifer, roth
- Personifikation
- Und bosheitvoll, wie Miltons Sünde
- Vergleich
- So dürr als Miltons Tod