Auf einen Lügner
unknownKunt Orpheus dort mit seiner Leyer, Die Bäume zum Bewegen bringen; So kanst du dieses auch erzwingen Und zwar mit leichter Müh: Denn jener brauchte doch die Händ darzu; Du aber, wenn du früh, und vor der Ruh Die Zung und Lippen regest; So muß die Lufft sich stark erheben; Die Bäume fangen an zu beben; So bleibest du ein grosser Wunders-Mann, Der mehr als Orpheus kan.
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Interpretation
Das Gedicht "Auf einen Lügner" von Sidonia Hedwig Zäunemann kritisiert die Macht der Lüge. Der Dichter vergleicht den Lügner mit Orpheus, der mit seiner Leier die Bäume zum Bewegen bringen konnte. Der Lügner kann dies jedoch ohne Hilfsmittel erreichen, indem er seine Zunge und Lippen benutzt. Der Lügner wird als ein "grosser Wunders-Mann" bezeichnet, der mehr als Orpheus kann. Dies ist jedoch ironisch gemeint, da der Lügner durch seine Lügen eine zerstörerische Wirkung hat. Die Lüge wird als eine Kraft dargestellt, die die Luft erhebt und die Bäume zum Beben bringt. Das Gedicht warnt vor den Gefahren der Lüge und zeigt auf, wie leicht es ist, andere zu täuschen. Der Lügner wird als eine Gefahr für die Gesellschaft dargestellt, da er mit seinen Lügen Unheil anrichten kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Zung und Lippen regest
- Hyperbel
- Der mehr als Orpheus kan
- Metapher
- Kunt Orpheus dort mit seiner Leyer, Die Bäume zum Bewegen bringen
- Personifikation
- Die Bäume fangen an zu beben
- Vergleich
- So kanst du dieses auch erzwingen