Auf einen Kirchturm
1804Ein Glockentonmeer wallet Zu Füßen uns und hallet Weit über Stadt und Land. So laut die Wellen schlagen, Wir fühlen mit Behagen Uns hoch zu Schiff getragen Und blicken schwindelnd von dem Rand.
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Interpretation
Das Gedicht "Auf einen Kirchturm" von Eduard Mörike beschreibt die Erfahrung des Aufstiegs auf einen Kirchturm und die damit verbundene Perspektive. Die ersten Zeilen schildern das Klangbild der Glocken, das sich wie eine Flutwelle über Stadt und Land ausbreitet. Der Sprecher und seine Begleiter befinden sich in einer erhöhten Position, von der aus sie die Welt darunter betrachten können. Die zweite Strophe verdeutlicht die emotionale Wirkung dieser Erhebung. Die lauten Glockenschläge werden als beruhigend empfunden, als ob man auf einem Schiff getragen würde. Die Metapher des Schiffes verstärkt das Gefühl der Erhabenheit und der Entfernung vom Alltag. Die Schwindelgefühle beim Blick über den Rand des Turmes unterstreichen die Intensität dieses Moments. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Mischung aus Ehrfurcht und leichter Verunsicherung angesichts der Weite und der Höhe. Es thematisiert die menschliche Erfahrung, sich über das Gewohnte zu erheben und dabei sowohl eine neue Perspektive zu gewinnen als auch mit den damit verbundenen Emotionen konfrontiert zu werden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Uns hoch zu Schiff getragen
- Personifikation
- wallet